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Markus Thomschke geht auf WM-Kurs

Der Kamenzer Triathlon-Crack hat beim Ironman in den USA das Podium und wichtige Punkte für 2018 erreicht. Das Training mit dem Hawaii-Sieger motiviert.

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© Ingo Gabriel

Von Frank Oehl

Für die „Trainingsgruppe“ um Markus Thomschke war das vergangene Ironman-Wochenende eine kleine Offenbarung. Gemeinsam mit den Deutschen Patrick Lange und Boris Stein sowie u. a. Patrik Nilsson aus Schweden hatte sich der Friedersdorfer Langstreckentriathlet im Trainingslager in den USA den letzten Schliff für die nächsten sportlichen Herausforderungenen geholt. Am Samstag erreichten die „Trainingskameraden“ bei der WM auf Hawaii herausragende Plätze: Patrick, mit dem Markus seit einem Jahr befreundet ist, gewann nach sensationeller Laufleistung das wichtigste und schwierigste Rennen des Jahres, und auch Stein und Nilsson kamen noch in die Top Ten. „Das war für mich unwahrscheinlich motivierend“, sagte Markus Thomschke nach seinem eigenen Rennen am Sonntag, dem Ironman Louisville/Kentucky. Nach 8:21:05 h belegte er dort den 3. Platz, erreichte also das Podium dieses Qualifikationsrennens für die WM im nächsten Jahr. Der Lohn sind 1 280 Punkte im sogenannten Kona-Ranking, über das sich die 50 Besten von insgesamt mehr als 700 Profis auf der Welt für Hawaii qualifizieren müssen.

Mit seinem Rennen konnte Markus am Ende „super zufrieden“ sein, wie er sagte. Platz 3 unter mehr als 40 gemeldeten Profis aus aller Welt ist ein starkes Ergebnis, auch wenn der Weg nach ganz vorn schon noch ein Stückchen weiter ist. Der Crack vom OSSV Kamenz hielt über 3,8 km Schwimmen gut in der zweiten Gruppe mit und damit den Rückstand zu den Besten in Grenzen. „Das war für mich insofern sehr wichtig, weil ja ohne Neopren geschwommen werden musste, wovor ich immer großen Respekt habe.“ Mit dem Neuseeländer Callum Millward ging es danach auf dem Rad auf die Verfolgungsjagd. Beide ergänzten sich gut und holten einen um den anderen starken Schwimmer zurück. Nach ganz vorn freilich war nichts zu holen. „Was der Andrew Starykowicz da gefahren ist, ist für mich kaum noch nachzuvollziehen“, sagte Markus, der selbst als starker Pedaleur etwa 18 Minuten auf den allerdings derzeit besten Radfahrer im Ironman-Zirkus verlor. Starykowicz fuhr eine Zeit knapp über 4:08 Stunden. „Wir hatten auch 1 500 Höhenmeter, viele Wellen und vor allem zumeist keinen guten Straßenbelag.“ Markus konnte einen sehr ordentlichen Schnitt von 265 Watt durchtreten. „Das war sogar noch eher etwas über meine Verhältnisse.“

Gemeinsam mit Millward ging es auf die Verfolgung der beiden Führenden, wobei Starykowicz – kein ausgewiesen starker Läufer – schon zu weit enteilt war. Der Franzose Maurice Clavel, der zu lange mit dem Amerikaner mitfahren wollte, brach dann im Laufen völlig ein. „Das kenn ich aus eigener Erfahrung“, so Markus. Zunächst lief es zusammen mit dem Neuseeländer auf eine Marathonzeit von 2:48 Stunden hinaus, aber irgendwann kam der berühmte Mann mit dem Hammer. „Als wir Clavel überholt hatten, wurde der Lauf für mich doch ziemlich zur Qual.“ Markus musste Millward noch auf etwa drei Minuten wegziehen lassen. Das Podium aber geriet nicht mehr in Gefahr.

Der erste erfolgreich beendete Langstreckentriathlon seit 16 Monaten hat Markus jedenfalls viel Motivation für die Zukunft gegeben. Ob er noch in diesem Jahr weiter auf Punktejagd für Kona 2018 gehen wird oder erst im Frühjahr, ist noch offen. Jetzt steht erst mal Regeneration an  ...