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Marode Dächer, Geländer und andere Gefahren

Viele Schulen im Kreis sind sanierungsbedürftig. Mehr als 15 Millionen Euro von Bund und Freistaat sollen helfen.

© Thorsten Eckert

Von Theresa Hellwig

Bautzen. Die Kinder könnten über das zu niedrige Treppengeländer fallen. Ein Feuer könnte sich zu schnell verbreiten. Oder die Kinder werden krank, weil die Wände feucht sind. Nein, die Bauarbeiten, die an der Grundschule in Panschwitz-Kuckau auf dem Plan stehen, sind keine Schönheitskorrekturen. Sie sind dringend notwendig.

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© SZ-Grafik Gernot Grunwald

Umso mehr freut sich Bürgermeister Markus Kreuz (CDU), dass die sorbische Grundschule in seiner Gemeinde im Schulinvestitionsplan berücksichtigt wurde. Zwei Bauabschnitte sind bereits fertiggestellt worden, beim nächsten Bauabschnitt kommen Gelder vom Freistaat zum Einsatz. Dem Bürgermeister „verschafft das Luft“, wie er sagt. Denn den nötigen Eigenanteil für weitere Sanierungen muss die Gemeinde erst einmal ansparen. Ohne die Mittel vom Freistaat wären die Umbauarbeiten so nicht möglich.

Fast 200 Millionen Euro stellt Sachsen den Schulen zur Verfügung, wie aus den in der vergangenen Woche vorgestellten Investitionsplänen hervorgeht. Etwa 178 Millionen Euro kommen vom Bund, der Landtag stockte die Summe um zehn Prozent auf. Etwa 15 Millionen der Fördermittel gehen nun an 26 Schulen aus dem Landkreis Bautzen. Städte, Gemeinden und Landkreis entschieden gemeinsam, welche Sanierungen die dringendsten sind und welche Schulen von den Mitteln profitieren sollen.

Die größte Finanzspritze geht im Kreis Bautzen an die Grundschule Goldbach bei Bischofswerda. Das Schulhaus soll abgerissen und ein neues errichtet werden, fast zweieinhalb Millionen Euro gibt es für den Ersatzneubau vom Freistaat. „Diese Schule hat in Bischofswerda den höchsten Sanierungsbedarf“, erklärt Sascha Hache, Pressesprecher der Stadt. „Bisher scheiterte dies aber an den notwendigen Eigenmitteln und Förderprogrammen“, sagt er – ähnlich wie auch Markus Kreuz.

Brandschutz wird verbessert

Die Schule in Panschwitz-Kuckau bekommt einen Zuschuss von etwa 500 000 Euro. Das gesamte Projekt ist mit einer Summe von etwa 1,3 Millionen Euro angesetzt, die Gemeinde hat noch weitere Fördermittel beantragt. Sorge bereitet dem Bürgermeister an der Schule nichts Geringeres als die Sicherheit der Kinder. Das Gebäude ist mehr als 60 Jahre alt, die Treppengeländer sind, wie es damals üblich war, nur 80 Zentimeter hoch. Das Treppenhaus soll deshalb saniert werden. Was nach Geisterschloss oder verlassenem Waldhaus klingt, ist ebenfalls Realität in dem Gebäude: Der Putz bröckelt von den Wänden. „Im Rahmen der Sanierung soll auch das Mauerwerk trockengelegt werden“, sagt der Bürgermeister. Das Sekretariat soll an einen anderen Ort innerhalb der Schule verlagert werden, auch der marode Hort soll auf Vordermann gebracht werden.

Ein großes Thema für Markus Kreuz und auch viele andere Bürgermeister ist der Brandschutz an den Schulen. In vielen Gebäuden entspricht dieser nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Zum Beispiel am Immanuel-Kant-Gymnasium in Wilthen, an der Evangelischen Mittelschule in Oßling, der Oberschule Am Valtenberg in Neukirch und der Bewegten Grundschule in Hermsdorf ist das der Fall.

Millionenprojekt in Oberlichtenau

Auch in Pulsnitz ist der Brandschutz ein Thema. Etwa 446 000 Euro soll die Grundschule Oberlichtenau Am Keulenberg bekommen. „Wir müssen Brandschutztüren einbauen, auch Zwischendecken werden benötigt“, erklärt die Pulsnitzer Kämmerin Karin Füssel. Für den Umbau plant die Stadt insgesamt eine Summe von etwa 1,2 Millionen Euro ein, neben den Mitteln vom Freistaat hat sie eine weitere Förderung bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt. Etwa 307 000 Euro investiert zudem die Stadt aus Eigenmitteln. „Wir hoffen, noch dieses Jahr einen Fördermittelbescheid zu erhalten, sodass wir nach den Februar-Ferien mit den Bauarbeiten beginnen können“, sagt Karin Füssel. Erneuert werden soll auch die komplette Elektrik, weil sie nicht mehr den Vorschriften entspricht. Im Zuge der Brandschutzsanierung sollen auch noch einige sinnvolle Umbauten erledigt werden. So ist vorgesehen, dass die Schulbibliothek einen schöneren Raum bekommt. Die Schule soll außerdem ein Musik- und Kunstzimmer erhalten und die Garderobe verlegt werden. Die zweithöchste Summe geht mit 1,8 Millionen Euro an die Oberschule in Königsbrück. Wegen der steigenden Schülerzahlen wird es hier einen Erweiterungsbau geben, die Schule wird zum zweizügigen Standort ausgebaut. Ein erheblicher Batzen Geld wird auch in das Radeberger Humboldt-Gymnasium gesteckt. In der Schule wird für knapp 277 000 Euro eine hochmoderne Lichtanlage installiert. Auch in die künftige Oberschule Baruth, die von Malschwitz hierher umziehen wird, und in die Grundschule Baschütz investiert der Freistaat: Jeweils etwa 1,5 Millionen Euro sollen die beiden Schulen erhalten.

Mehr als eine Million Euro geht zudem an die Grundschule Wehrsdorf. Auch dieses Schulgebäude ist alt: Etwa 140 Jahre hat es auf dem Buckel. Hagen Israel (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Sohland an der Spree, weiß, was auf die Schule zukommt: „Die Wände werden rausgerissen, die Raumzuschnitte werden ganz neu gestaltet“, berichtet er, „das ganze Haus wird umgekrempelt.“ Es soll einen Ergänzungsbau geben, die Elektrik wird erneuert und auch der Hort des in die Jahre gekommenen Gebäudes wird modernisiert. Im zweiten Halbjahr 2019 soll mit dem Umbau der Schule, in der 90 Kinder lernen, begonnen werden. Etwa 760 000 Euro Eigenmittel gibt die Gemeinde zum Umbau dazu. Wenn dem Gebäude von innen ein frisches Aussehen verliehen wird, soll auch außen etwas geschehen. Zwar nicht im Rahmen der Investitionen des Freistaats – doch auch die Sportanlagen und der Pausenhof sollen neu gestaltet werden.