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Marokkaner mit Knüppeln attackiert

Drei Iraker standen wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Das Verfahren wurde eingestellt.

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© Symbolfoto/dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Am Abend des 27. August 2016 eskalierte am Penny-Markt an der Mastener Straße in Döbeln ein Streit unter Ausländern. Eine Gruppe von fünf bis zehn Irakern soll vor dem Discounter mit Eisenstangen oder Zaunlatten auf zwei Marokkaner eingeschlagen haben. Einer der Geschädigten prellte sich dabei Ellenbogen und Kopf, der zweite Betroffene zog sich eine Prellung am Oberarm zu. Drei der mutmaßlichen Täter im Alter zwischen 25 und 36 Jahren mussten sich nun vor dem Döbelner Amtsgericht verantworten. Vorgeworfen wurde ihnen gefährliche Körperverletzung.

Vor der Attacke soll ein Marokkaner, der vor Gericht kein Unbekannter ist, an der Shell-Tankstelle an der Mastener Straße zwei der Angeklagten mit einem Messer bedroht haben. Die Männer hätten um Hilfe gerufen. Der Angreifer sei in Richtung Penny-Markt geflüchtet. Die Iraker hätten ihn verfolgt. Weitere Asylbewerber seien den Irakern zu Hilfe gekommen. Am Discounter hätten die Iraker die beiden Opfer erblickt. Der Angreifer mit dem Messer sei verschwunden gewesen. Weil die Iraker dachten, dass die beiden Marokkaner Freunde des Angreifers seien, sei es zwischen den Gruppen erst zu einer verbalen Auseinandersetzung und dann zu der Schlägerei gekommen.

Zur Tat befragt, sagte einer der Angeklagten, dass er erst später zum Penny-Markt gekommen sei. Von der Auseinandersetzung habe er nichts gesehen. Die anderen Beschuldigten wollten die Marokkaner nur geschubst haben. „Geschlagen haben wir sie nicht“, sagten sie vor Gericht. Hinterher hätten sie sich bei den Opfern entschuldigt. „Heute sind wir Freunde“, meinten sie. Zeugen konnten zum Tathergang nichts sagen. Keiner hatte gesehen, welcher der Angeklagten geschlagen hatte. Dass eine Gruppe von Irakern mit Eisenstangen oder Zaunlatten an dem Markt war, hatte einer der Zeugen beobachtet. Ob die Angeklagten dabei waren, konnte er nicht sagen.

Auf die Beschuldigten gekommen ist die Polizei, weil sie noch am Tatort gewesen sind, als die Beamten eintrafen. Deshalb gerieten die Iraker in Tatverdacht. Eine Lichtbildvorlage wurde nicht gemacht. Alle drei Angeklagten sind bisher noch nicht straffällig geworden. Richter Janko Ehrlich stellt das Verfahren mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft ein.