Merken

Maschine kehrt feinen Splitt weg

Die Oberflächenbehandlung der Colditzer Straße hat gehörig Staub aufgewirbelt. Jetzt ist endlich ein Ende in Sicht.

Teilen
Folgen
© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. Die Anwohner an der Colditzer Straße können aufatmen. Noch in dieser Woche, so kündigte Bauamtsleiter Thomas Schröder am Mittwoch an, wird eine große Kehrmaschine auf der Colditzer Straße zum Einsatz kommen und dort den feinen Splitt aufnehmen. Der ist nach der Oberflächenbehandlung der Straße Anfang September übriggeblieben. Die Aktion hat einigen Staub aufgewirbelt –  im wahrsten Sinne des Wortes.

Stadtrat Ray Mathys (Linke) hatte sich auch im Namen seiner Nachbarn massiv über die enorme Staubentwicklung beschwert. Das war in der Ratssitzung am 7.  September (DA berichtete). Gleich am Tag danach hat die Kommune ein Ablöschen der Fahrbahn veranlasst. Das haben Mitarbeiter der Polkenberger Agrargenossenschaft übernommen, die auf das vorher behandelte Straßenstück 10 000 Liter Wasser aufbrachten. Das hat den Staub gebunden – aber auch den Feinanteil in dem verwendeten Splitt festwerden lassen. Die groben Anteile sind in einer ersten Kehraktion in der ersten Oktoberwoche schon von der Straße geräumt worden. Der Rest musste allerdings liegenbleiben, damit das Ergebnis nach der Behandlung mit dem Splitt-Emulsions-Gemisch stimmt.

Thomas Schröder ist sich ziemlich sicher, dass es an der Qualität der Straßensanierung nichts auszusetzen gibt. Mit einem Mitarbeiter der Firma Bausion, die die von der Stadt Leisnig gewünschte Technologie eingesetzt hat, war der Amtsleiter auf der Baustelle. Wie er beschreibt, müssen stellenweise zwar die Wulste, die sich nach dem Ablöschen gebildet haben, abgeschält werden. „Wir haben das probiert, das funktioniert“, sagte Schröder. Die Fahrbahn darunter sei in Ordnung gewesen.

Mit dem zweimaligen Kehren hat die Baufirma nun einen größeren Aufwand. Zusätzlich Kosten kommen dadurch nach Aussagen von Schröder und Bürgermeister Tobias Goth (CDU) aber nicht auf die Kommune zu. Die Baufirma habe bestätigt, dass das aufgebrachte Material einen außergewöhnlich hohen Feinanteil gehabt hatte. Das könnte ein Grund für die enorme Staubbelästigung sein, unter der die Anwohner nach wie vor leiden, wie Mathys Frau am Mittwoch bestätigte. Die Linderung durch das Ablöschen sei nur von ganz kurzer Dauer gewesen. Von ähnlichen Problemen hätten ihr Kunden berichtet, die an der Karl-Liebknecht-Straße wohnen. Simone Mathys ist Kosmetikerin.

Einen anderen Grund für die großen Staubaufwirbelungen hatten die Stadträte darin gesehen, dass sie meisten Kraftfahrer schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs waren. Die Kommune nahm deshalb Kontakt zur Polizei auf. Ob es daraufhin Geschwindigkeitskontrollen gegeben hat, weiß Schröder nicht. Die Polizei in Chemnitz konnte dem DA diese Frage bis Redaktionsschluss ebenso nicht beantworten.