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Matthias Rath – Heilkundler oder Wunderheiler?

Der Naturheilkundler Matthias Rath, Jahrgang 1955, hat sich dem Kampf gegen die Pharma-Industrie verschrieben. Der Mediziner behauptet, die etablierten Hersteller von Arzneimitteln boykottierten aus Profitgier Naturheilverfahren.

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Der Naturheilkundler Matthias Rath, Jahrgang 1955, hat sich dem Kampf gegen die Pharma-Industrie verschrieben. Der Mediziner behauptet, die etablierten Hersteller von Arzneimitteln boykottierten aus Profitgier Naturheilverfahren. Diese Firmen wollten zu Lasten von Kranken Milliarden verdienen.

Mit Hilfe hoch konzentrierter Vitaminprodukte könnten – so macht Rath es seinen Anhängern glauben – Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs geheilt oder verhindert werden.

Seit Juni lässt Rath die Meldung verbreiten, auch Aids sei mit Naturpräparaten zu bekämpfen.

Zugelassen sind Raths Vitaminpillen in Deutschland nicht, da ihre Wirkung nicht nachgewiesen ist. Deswegen agiert seine Firma, die „Dr. Rath Health Foundation“, von den Niederlanden aus. Im sachsen-anhaltinischen Wittenberg betreibt Rath eine Akademie, in der seine Anhänger geschult werden.

Für Aufsehen sorgte der Fall des kleinen Dominik im Herbst 2004. Der Neunjährige war an Krebs erkrankt und starb, nachdem die Eltern gemäß der Rathschen Schule die Chemotherapie abgebrochen hatten. Kritiker von Raths Methoden meinen, Dominik hätte mit Chemotherapie überleben können.

Mit einer eigenen Partei will Rath seine Programmatik in die Politik einbringen. Seine „Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit“ (AGFG) tritt bei der Bundestagswahl auch in Sachsen an. (SZ/mki)