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Max, der Erste

Ein kleiner Junge ist das erste Kind, das im neuen Kreißsaal der Pirnaer Klinik zur Welt kommt – obwohl er sich viel Zeit ließ.

Von Thomas Möckel
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Neugeborener Max, Eltern Claudia Fiedler und Dirk Gössel: Erst ließ sich der kleine Mann eine Woche Zeit, dann ging auf einmal alles ganz schnell.
Neugeborener Max, Eltern Claudia Fiedler und Dirk Gössel: Erst ließ sich der kleine Mann eine Woche Zeit, dann ging auf einmal alles ganz schnell. © Klinikum Pirna

Beinahe wäre es geschehen, um ein Haar wäre Max an einem Tag auf die Welt gekommen, an dem man sich neckt und die Menschen allerlei Schabernack miteinander treiben. Doch ihm schwante wohl schon, dass er dann möglicherweise dauerhaft als Aprilscherz durchgehen könnte, und so glückte es ihm offensichtlich, es so geschickt einzufädeln, dass er nicht wie geplant am 1. April auf die Welt kam, sondern erst eine Woche später.

Doch trotz des Verzuges wird Max immer ein besonderer Junge sein, vor allem dem Team der Geburtshilfe im Pirnaer Klinikum auf dem Sonnenstein wird er wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Gemeinsam mit seiner Mama Claudia Fiedler, 30, hat Max sozusagen den neuen Kreißsaal in der Klinik eingeweiht. Er ist das erste Kind, das im nunmehr dritten Geburtszimmer das Licht der Welt erblickte. Und obwohl Max sich bis dahin noch etwas Extra-Zeit im Mutterleib gönnte, hatte er es an seinem Geburtstag am 9. April ganz eilig.

„Gegen Mittag spürte ich ein Stechen im Bauch, nachmittags konnte ich nicht mehr richtig stehen oder sitzen“, erzählt Claudia Fiedler. Um sich entspannen, wollte die werdende Mutter noch ein Bad nehmen. Doch dazu kam es nicht mehr. Ein Rettungswagen brachte sie schließlich in die Pirnaer Klinik. Es war der Wunsch-Geburtsort für ihren Nachwuchs, denn auch Dirk Gössel, 35, der Papa von Max, kam schon in Pirna zur Welt. „Ich glaube, ich habe gegen 16 Uhr den Rettungsdienst gerufen, um 17.57 Uhr war der kleine Mann dann schon da“, sagt Claudia Fiedler. Der kleine Max war zur Geburt 51 Zentimeter groß und wog 3 350 Gramm.

Die Klink hatte den neuen, dritten Kreißsaal erst 14 Tage vor der Geburt von Max offiziell in Betrieb genommen. Fachleute hatten in den vergangenen Monaten ein ehemaliges Patientenzimmer zu einem Begrüßungsbereich für Neu-Erdenbürger umgerüstet. Sie installierten zusätzlichen Schallschutz, strichen die Wände weiß und gelb. An der Decke hängen mehrere Lampen, an denen sich verschiedene Lichtfarben einstellen lassen. Für werdende Mütter, die es nicht ganz so hell mögen, lässt sich das Licht auch dimmen. Ausgestattet ist das Geburtszimmer mit einem gelb bezogenen Kreißsaalbett, dahinter an der Wand hängt ein riesiges Poster, auf dem ein von Bäumen gesäumter Weg zu sehen ist, auf den die Sonne scheint. Gegenüber dem Bett sind Schränke installiert, in denen Hebammen und Mediziner alles finden, was sie für eine Geburt benötigen.

Auch für Notfälle ist vorgesorgt. Gleich am Eingang ist die Kinder-Reanimationseinheit stationiert, die zum Einsatz kommt, wenn Neugeborene zusätzlich Sauerstoff oder Wärme benötigen. Zudem gibt es Geräte, um Sekret aus Rachen oder Nase abzusaugen.

Darüber hinaus zog für die Hebammen moderne Technik ein. Damit die Geburtshelfer bei großem Mütter-Andrang nicht den Überblick verlieren, können sie über einen großen Monitor von einem Kreißsaal aus die CTG-Geräte – die den Herzschlag der Ungeborenen kontrollieren – auch in den anderen Kreißsälen überwachen und schnell hinüberwechseln, falls es rascher Hilfe bedarf.

Der neue Kreißsaal ist das Resultat steigender Geburtenzahlen in der Pirnaer Klinik sowie schwindender Geburtenstationen in der Region. So schlossen bereits vor geraumer Zeit die Entbindungsstationen in der Sebnitzer sowie in der Bischofswerdaer Klinik. Werdende Eltern aus der Region um Stolpen, Neustadt und Sebnitz suchen nun vermehrt den Weg nach Pirna. In den zurückliegenden Jahren kamen in Pirna rund 800 Kinder jährlich zur Welt. An manchen Tagen sind nur wenige Gebärende auf Station, es gab aber auch Tage mit bis zu acht Geburten. „Mit nur zwei Kreißsälen hatten wir in solchen Situationen bislang ein logistisches Problem“, sagt Dr. Klaus Haffner, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Der dritte Raum sorgt nun dafür, dass es gar nicht erst zum Geburtenstau kommt.

Und nachdem Max als Erster im neuen Zimmer die Gebursthelfer im Klinikum beglückte, machte sich der kleine Mann kurz darauf auf, um weiteren Menschen Freude zu schenken: Nachdem er und seine Mama aus der Klinik entlassen wurden, führte der erste Ausflug zum Oma und Opa.

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