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Politik

EU-Gipfel entscheidet über Brexit-Aufschub

Der Chaos-Brexit ist offenbar abgewendet. Doch wann tritt Großbritannien aus?

Donald Tusk (2.v.l.), Präsident des Europäischen Rates, Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel. © Olivier Hoslet/EPA POOL/AP/dpa

Brüssel. Der EU-Austritt Großbritanniens wird wahrscheinlich abermals verschoben und ein Chaos-Brexit am Freitag gestoppt. Dies zeichnete sich am Mittwoch beim EU-Krisengipfel in Brüssel ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen berieten aber am Abend noch die Länge der neuen Frist. Die britische Premierministerin Theresa May hat einen Aufschub bis zum 30. Juni beantragt und will den Austritt noch vor Europawahl Ende Mai geordnet schaffen. Merkel erwartete indes eine monatelange Verschiebung.

Bei ihrer Ankunft in Brüssel erinnerte die Kanzlerin an die historische Verantwortung und das Eigeninteresse der Europäischen Union, einen ungeregelten Austritt am bisher vorgesehenen Brexit-Termin 12. April - also diesen Freitag - zu vermeiden. Die 27 bleibenden Länder sollten offen und konstruktiv über die britische Bitte um Aufschub diskutieren. "Ich habe keinen Zweifel, dass wir diese Einigkeit der 27 auch wieder erreichen werden", sagte die CDU-Politikerin.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Zu Beginn des Gipfels trug May im Kreis der übrigen Staats- und Regierungschefs ihre Ideen vor und beantwortete auch mehr als eine Stunde lang Fragen. Die Runde sei konstruktiv gewesen, hieß es anschließend von EU-Diplomaten. May habe substanziell, wenn auch mit wenigen Details geantwortet. Die Regierungschefin habe den Eindruck vermittelt, dass sie eine Verschiebung über den 30. Juni hinaus akzeptieren würde, sofern Großbritannien auch früher geregelt ausscheiden könnte. Am Abend berieten die 27 bleibenden Staaten dann ohne May weiter. (dpa)