Merken

Mayhofs ziehen alle Register

Die Inhaber des Textilgeschäfts in Dippoldiswalde sind zuversichtlich, mit dem Internet mithalten zu können.

Teilen
Folgen
© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Bärbel und Peter Mayhof ist etwas gelungen, was in Dippoldiswalde sonst selten ist. Sie haben das Erdgeschoss von zwei Häusern verbunden und damit ein Geschäft mit rund 100 Quadratmeter Verkaufsfläche geschaffen. Denn es ist eine Schwäche von vielen Dippser Geschäftslokalen, dass sie für heutige Ansprüche zu klein sind. Mayhofs haben mit ihrem Geschäft für Mode und Jeans dieses Problem gelöst und dabei den gesamten Laden neu eingerichtet.

Es gab zwar Diskussionen mit dem Denkmalschutz. Dessen Vorgaben entspricht es nicht, wenn zwei Häuser im Stadtkern zusammengelegt werden. Deswegen ist auch die Fassade weiterhin so gestaltet, dass eindeutig die unterschiedlichen Häuser zu erkennen sind. Eine Tür ist damit überflüssig geworden, sie ist jetzt ein zusätzliches Schaufenster.

Darauf kommt es Peter Mayhof an. „Wir messen unseren Schaufenstern große Bedeutung zu. Auch aus einem Auto, das draußen vorbeifährt, soll man einen guten Eindruck von unserem Geschäft gewinnen“, sagt er. Deswegen stellen Mayhofs auch schöne Stücke vor die Tür, hängen sie an die Wand, um damit interessierte Kunden ins Geschäft zu locken. Für diese sogenannte Sondernutzung des Gehsteigs bezahlen sie eine Abgabe an die Stadt. „Aber das ist es uns wert. Wir müssen als kleine Händler alle Register ziehen“, sagt Peter Mayhof. „Du brauchst jeden Kunden, um erfolgreich zu sein.“

Er war früher Musiker, unterwegs mit eigener Band und auch als Alleinunterhalter. Nach der Wende hat er ein Musikgeschäft eröffnet und verschiedene Angebote ausprobiert. Letztlich hat sich der Handel mit Jeans und Mode immer besser entwickelt und schon seit Jahren konzentrieren sich Mayhofs darauf.

Die Kunst des Einkaufs

„Wir fahren selbst nach Leipzig und Berlin zur Messe, um einzukaufen. Jedes Stück hier im Laden haben wir angesehen und ausgesucht“, sagt Bärbel Mayhof. Dort reden die Händler auch mit ihren Lieferanten. „Wir versuchen, die zu überzeugen, dass sie mehr modisch schicke Sachen auch für Ältere anbieten. Davon gibt es zu wenig“, sagt Bärbel Mayhof.

Die richtige Auswahl ist die große Kunst, die ihnen auch nicht immer gelingt. Weder können sie das Wetter vorausahnen noch schnelle Änderungen der Modetrends.

Beim Einkauf kommt ihnen eine enge Bindung zu ihren Kunden zugute. Die Inhaber kennen viele persönlich, wissen, was sie bisher gekauft haben und wie ihr Geschmack ist. Der Einzugsbereich für ihr Geschäft ist die Region Dippoldiswalde, wobei auch Mayhofs gespürt haben, dass die Stadt in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat. Der Hauptsitz des Landratsamts und andere Behörden sind weggegangen. Mit der Eröffnung der Autobahn fahren viele aus dem Raum Altenberg nicht mehr über Dippoldiswalde nach Dresden, sondern über die Autobahn. „Aber wir sind weiter optimistisch“, sagt Peter Mayhof. Sie haben ihren Platz gefunden. Mit den anderen Modeanbietern in der Dippser Innenstadt ergänzen sie sich. Und es gab es immer schon, dass Menschen ihre Kleidung bestellt haben, heute im Internet, früher im Katalog. „Aber wir können da durchaus mithalten mit unserem Service“, sagt Bärbel Mayhof. Stammkunden bekommen beispielsweise auch einmal mehrere Stücke mit nach Hause. Das beruht auf Vertrauensbasis. Aber in der Regel bringen die Kunden die Sachen wieder ordentlich zurück. Mayhofs selbst planen jetzt auch eine Internetseite. Es soll kein großer Shop werden. „Aber wir wollen uns dort wenigstens präsentieren. Das macht unser Enkel professionell“, sagt Peter Mayhof. Die Händler setzen aber weiterhin auf ihre Präsenz vor Ort mit ihrem Geschäft am Dippoldiswalder Markt.