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MDR sendet live vom Flohmarkt

Der Sender widmet dem monatlichen Trödelparadies in der Sachsenarena am Wochenende gleich eine ganze Sendung.

© Sebastian Schultz

Von Kevin Schwarzbach

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Riesa. Die Männer und Frauen wuseln aufgeregt durch die Besuchermassen und geben sich Handzeichen. Moderator Alex Huth hat sich bereits von der Kamera abgewandt und wartet auf seinen Einsatz. „Noch dreißig.“ Die zwei Kameramänner justieren den Sitz der Filmtechnik auf ihren Schultern und besprechen letzte Anweisungen durch ihre Headsets. „Noch zehn.“ Alex Huth kratzt sich noch schnell am Bart. Dann dreht er sich um und begrüßt die Zuschauer von „MDR vor Ort“ aus der Sachsenarena in Riesa.

Es ist mal wieder Nachtflohmarkt am vergangenen Sonnabend. Die Veranstaltung findet mittlerweile monatlich in Riesa statt und lockt jedes Mal um die 200 Händler und 3 000 Besucher in die Sachsenarena. Von 15 bis 23 Uhr dreht sich alles um die kleinen und großen Schätze in den Auslagen der Händler. Ein buntes Treiben, von dem der Sender in seinem Magazin „MDR vor Ort“ am Sonnabendnachmittag live berichtet.

Kaum ist der Einstieg gefilmt, geht es für das zwölfköpfige Team weiter an den Tisch von Frank Händel. Der Auktionator aus Meißen bietet beim Nachtflohmarkt eine Schätzaktion an, bei der er die Gegenstände der Besucher untersucht und ihnen eine ungefähre Vorstellung von deren Wert gibt. Alex Huth macht sich bereit, die Kameramänner nehmen ihre Positionen ein, Stoppuhren werden in die Luft gehalten. Wie wird man Schätzer? Was macht diesen Beruf aus? Wie viel Spaß bereitet er?

Schätzaktion ist was Besonderes

Während Frank Händel den Zuschauern einen Einblick in seine Leidenschaft gibt, freut sich Jana Kaluscha über den Andrang am Stand des Schätzers. „Frank Händel ist spontan für diese Schätzaktion eingesprungen, da der eigentlich eingeplante Schätzer krankheitsbedingt ausgefallen ist. Wenn ich jetzt diese langen Schlangen sehe, bin ich wirklich glücklich, dass wir diese Aktion auf die Beine stellen konnten“, erklärt die Pressesprecherin des Projektzentrums Dresden, das den Flohmarkt ausrichtet. „Der Markt findet zwar monatlich statt, doch diese Aktion ist schon etwas Besonderes, was die Besucher nicht immer haben.“ Wohl auch deswegen tummeln sich die Besucher in Scharen um den Tisch von Frank Händel und warten auf seine Einschätzungen zu ihren Objekten. Händel hat an diesem Tag mächtig zu tun und auch einige kleine Schätze in der Hand: alte Wanduhren, stilvoll bemaltes Porzellan, historisches Spielzeug und Modellautos. Auch die alte Taschenuhr, die Reporter Alex Huth am Stand einer Händlerin für 40 Euro geschossen hat, begutachtet Frank Händel. Den Sammlerwert schätzt er auf 80 bis 100 Euro. Die Zuschauer der Sendung können die goldene Uhr mit einem Anruf gewinnen.

Nach Einspielern über den Aufbau der Stände und das Herzblut der Händler unterhält sich Alex Huth noch mit Spielesammler Lothar Schubert. Der Riesaer ist auf dem Flohmarkt auf der Suche nach neuen Ideen und nützlichen Utensilien. Immerhin baut er viele seiner Spiele selbst. Nicht nur ihn, auch den Flohmarkt hat das Team bereits im Vorfeld der Livesendung besucht. „Der MDR war bereits auf einem früheren Flohmarkt vor Ort und hat die ersten Bestandteile der Sendung abgedreht“, berichtet Jana Kaluscha vom Projektzentrum. „Der Riesaer Flohmarkt ist mittlerweile eine etablierte Größe und hat sein Stammpublikum. Trotzdem ist es für uns natürlich eine schöne Sache, wenn der MDR über unsere Veranstaltung berichtet.“

Alex Huth und sein Team haben es nun fast geschafft. Die Zuschauer sehen gerade einen Einspieler über den Kunst- und Antiquitätenhändler Fabian Kahl, der in Leipzig lebt und seit 2013 in der ZDF-Sendereihe „Bares für Rares“ zu sehen ist. Danach soll Alex Huth noch einmal live aus der Sachsenarena sprechen und die Zuschauer verabschieden. „Noch dreißig.“ Eine Kamera macht schlapp, da hilft auch kein Tastendrücken mehr. Zum Glück braucht das Team für den Abschied nur eine Einstellung, sodass der zweite Kameramann einspringen kann. Alex Huth erscheint ein letztes Mal vor der Kamera inmitten der Händler auf dem Nachtflohmarkt. Nach 24 Minuten ist die Sendung geschafft, für das MDR-Team geht es nach Hause. Die Händler werden schon am 24. März wieder in der Sachsenarena stehen und ihre Waren anbieten.

Die komplette Livesendung „MDR vor Ort“ gibt es zum Nachsehen in den Mediatheken von MDR und ARD.