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Höchststand bei antisemitischen Straftaten in Sachsen registriert

Im vergangenen Jahr wurde fast 140 Fälle angezeigt. In Leipzig und Dresden sind die Zahlen besonders hoch.

Kerstin Köditz (Die Linke). © Arno Burgi / dpa (Archiv)

Dresden. Die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten in Sachsen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Insgesamt wurden 138 Fälle gezählt. Das ergab eine Auswertung der monatlichen Anfragen der Extremismus-Expertin der Linksfraktion, Kerstin Köditz, beim Innenministerium. 2017 waren es demnach 118 Fälle, 2016 lediglich 90. "Das ist eine gefährliche Entwicklung, die gestoppt werden muss", betonte Köditz am Montag in Dresden.

Bei den meisten Fällen im Jahr 2018 handelt es sich den Angaben zufolge um Volksverhetzungen und den Gebrauch verbotener antisemitischer Parolen. Es wurden auch 20 Fälle von Sachbeschädigung sowie sieben Fälle von Beleidigung und Bedrohung registriert. Die meisten Taten ereigneten sich in den Städten Leipzig (24), Dresden (23) und Chemnitz (21). Erst mit einigem Abstand folgen die Landkreise Mittelsachsen und Nordsachsen (jeweils 11).

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Köditz kritisierte, der Verfolgungsdruck sei viel zu gering. An sächsischen Gerichten habe es 2018 lediglich 16 Verurteilungen wegen antisemitischer Taten gegeben, im Vorjahr seien es 25 gewesen. Sie erneuerte ihre Forderung nach einem Antisemitismus-Beauftragten. (dpa)