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Mehr Arbeit für Dresdens freiwillige Helfer

Die Zahl der Feuerwehreinsätze steigt wieder. Nun überlegt die Stadt, wie die Brandbekämpfer entlastet werden können.

© Rocci Klein

Von Annechristin Bonß

Schon wieder ein Fehlalarm. Gleich zwei Mal mussten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Niedersedlitz allein am Donnerstag ausrücken, weil sich eine Brandmeldeanlage geirrt hat. Zum Glück. Doch einen Unterschied macht dieser Einsatz für die Arbeit der Helfer nicht. Alarm ist Alarm. Also wird ausgerückt.

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Schließlich kann sich hinter jedem Alarm ein Brand verbergen. Doch die Zahl der Einsätze zu angesprungenen Brandmeldeanlagen inklusive Fehlalarm ist angestiegen. Das spüren die Stadtteilwehren. Die ehrenamtlichen Helfer hatten nicht nur deswegen im vergangenen Jahr mehr zu tun. Teils sind die 21 Freiwilligen Wehren mehrmals am Tag unterwegs.

Die Zahlen: Freiwillige Wehren haben immer mehr zu tun

Insgesamt sind die Truppen im vergangenen Jahr 2 145 Mal ausgerückt. Das sind 260 Einsätze mehr als 2016. Schon damals hatte das Brand- und Katastrophenschutzamt der Stadt eine Steigerung der Einsatzzahlen der Freiwilligen Wehren im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Oft unterstützen die Helfer aus dem Stadtteil die Berufsfeuerwehrleute. Auch die hatten 2017 mit 27 791 Einsätzen mehr zu tun als noch im Vorjahr.

Die Einsätze: Fehlalarmierungen und Sturmschäden steigern die Bilanz

Die Feuerwehr Dresden rückte im vergangenen Jahr zu 759 Fehlalarmen und 45 Bränden aus, die durch Brandmeldeanlagen angezeigt wurden, teilt das Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit. Mit der steigenden Zahl an Brandmeldeanlagen in modernen Neubauten sowie von Heimrauchwarnmeldern wird tendenziell auch der Anteil der Fehlalarme steigen, schätzen die Experten ein.

Das jedoch ist nicht der einzige Grund für die steigenden Zahlen. 2017 brachte den Wehren auch eine sechsfache Einsatzhäufigkeit bei Sturmschäden im Stadtgebiet. 551 Mal wurden die Helfer im vergangenen Jahr deswegen alarmiert, 2016 waren es nur 79 Einsätze nach heftigem Wind und Sturm. Das merken auch die freiwilligen Wehren, die bei vielen dieser Einsätze mit ausrücken. Den Niedersedlitzern wird wohl der 29. Oktober 2017 in Erinnerung geblieben sein. 31 Mal wurden sie an diesem Sturmtag zu heruntergefallenen Ästen, umgestürzten Bäumen und Schäden an Dächern gerufen.

Das Einsatzgebiet: Viele Einsätze in den großen Wohngebieten

Dabei verteilen sich die Einsätze ganz unterschiedlich auf die einzelnen Freiwilligen Wehren. Während einzelne Truppen, vor allem in den Dörfern Dresdens, nur bei einzelnen Einsätzen pro Woche helfen müssen, rücken andere mehrmals täglich aus. Die Niedersedlitzer Wehr wurde mit 502 Einsätzen am meisten im vergangenen Jahr alarmiert. Die Kaitzer kommen 2017 auf 398 Einsätze, die Gorbitzer auf 293. Die drei Gruppen führen jedes Jahr die Statistik an. Grund dafür sind die Einsatzgebiete. Die definieren sich nach der Zeit, wie lange die Wehren zum Einsatzort benötigen. Die Kaitzer, Niedersedlitzer und Gorbitzer sind vor allem für die großen Plattenbauwohngebiete zuständig. Dazu kümmern sich die Kaitzer um einen Abschnitt der A17, die Gorbitzer um die A4. Der Campus der TU Dresden gehört mit seinen Forschungsbauten in das Einsatzgebiet der Kaitzer. Auch dort sind viele Brandmelder installiert. Die Niedersedlitzer rücken bis fast zum Großen Garten aus. Nun denkt die Stadt über eine Änderung der Ausrückebereiche nach. Gruna könnte demnach aus dem Ausrückebereich der Niedersedlitzer gestrichen werden. Der Kaitzer Wehrleiter Sven Scholz begrüßt diese Überlegungen. Konkrete Termine für die Umsetzung gibt es allerdings noch nicht. Die Helfer aus Klotzsche gehören mit 206 Alarmierungen ebenfalls zu den einsatzstärkeren Wehren. Die Lockwitzer haben 196 Einsätze in der Bilanz für 2017.

Der Nachwuchs: Interessenten können sich melden

609 aktive Feuerwehleute gibt es derzeit in den Stadtteilwehren. Um die 50 Frauen machen mit. 2017 sind 36 neue Mitglieder dazugekommen, davon sind drei Frauen. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Feuerwehrchef Andreas Rümpel. Generell gebe es keine personellen Probleme. Junge Leute als Nachwuchs oder neue Mitglieder sind jedoch stets willkommen und werden bei entsprechender Eignung und Möglichkeit in den Stadtteilfeuerwehren integriert. Neue Mitglieder werden vor allem bei den Stadtteilfeuerwehren Pillnitz, Kaitz und Niedersedlitz gebraucht. (mit SZ/csp)