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Mehr Arbeitslose, weniger Stellen

Saisonale Effekte heben die Quote aktuell leicht an. Insgesamt lässt sich für die Region aber eine positive Jahresbilanz ziehen.

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© Symbolbild: dpa

Von Matthias Weigel

Freital. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Pirna hat sich leicht erhöht. Agenturleiterin Gerlinde Hildebrand führt dafür die klassischen saisonalen Effekte an. Besonders in der Hotel- und Gastrobranche, bei Bau und Gartenbau sowie im Handel mache sich das bemerkbar. 797 Personen meldeten sich im Landkreis im Dezember arbeitslos, 90 weniger als im November. 419 Arbeitslose fanden im Dezember eine neue Arbeit. 304 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

Ende Dezember waren demnach 8853 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet – 354 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um 0,2 Punkte auf 6,8 Prozent. Das Gros der Arbeitslosen (6272) wird vom Jobcenter betreut, Tendenz weiter steigend.

Ein Blick in die Region zeigt, dass die Entwicklung der Arbeitslosigkeit unterschiedlich ist. In den Geschäftsstellen Freital und Dippoldiswalde ging es lediglich 0,1 Prozentpunkte hoch auf 6,5 bzw. 4,9 Prozent. Dipps bleibt damit Klassenprimus im Kreis. Die Sächsische Schweiz hingegen ist stärker betroffen: Pirna plus 0,4 auf 7,5, Sebnitz plus 0,6 Punkte auf 8,2 Prozent.

Fachkräfte sind begehrt

Der Arbeitsmarkt 2015 im Rückblick

Vor einem Jahr waren 940 Menschen mehr arbeitslos im Kreis als heute. Vor allem im Raum Pirna und Sebnitz sank mit über zehn Prozent die Zahl am stärksten ab. Sie bleibt dennoch höher als in Freital oder Dipps, vor allem im Bereich des Jobcenters. Durschnittlich waren 2015 7,3 Prozent (Sachsen: 8,2 Prozent) im Landkreis ohne Job. 2014 waren es 0,6 Prozentpunkte mehr.

Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 5526 Stellen gemeldet und damit 247 mehr als 2014 (+4,7%). Im Jahresdurchschnitt standen jeweils 1373 freie Stellen zur Besetzung zur Verfügung.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist 2015 stark zurückgegangen. Sie liegt im Schnitt um 13 Prozent niedriger als 2014. Vor einem Jahr gab es noch 69 Betroffene mehr.

Durchschnittlich gab es 2015 fast zehn Prozent weniger Arbeitslose mit Alter 50+ als im Jahresmittel 2014. Im Dezember 2014 waren demnach 487 mehr betroffen als heute.

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Jahr 2015 um durchschnittlich 7,5 Prozent gesunken. 360 Betroffene mehr wurden im Dezember 2014 gemeldet.

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Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Landkreis insgesamt stabil geblieben. 3620 Einwohner waren im Dezember betroffen. Sie sind vor allem dem Jobcenter zuzuordnen. Die Jugendarbeitslosigkeit sank gegenüber November erneut leicht. Aktuell gibt es im Landkreis 526 arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahre. Bei den über 50-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit im Dezember allerdings überdurchschnittlich um 4,9 Prozent zu. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt heute bei 41,3 Prozent. Insgesamt 3659 Arbeitslose über 50 und älter zählt der Landkreis.

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Stellen. Mit 390 neuen Jobangeboten gab es mehr als ein Drittel weniger als noch im November. Der Bestand bleibt aber mit aktuell 1 387 gemeldeten Arbeitsstellen für den Landkreis recht hoch. Bedarf melden vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen, das verarbeitende Gewerbe, der Bereich Handel/Kfz, das Gastgewerbe sowie die Baubranche und die Zeitarbeit. Hauptsächlich gut ausgebildete und spezialisierte Fachkräfte sind begehrt – die der Bewerbermarkt aber bei Weitem nicht hergibt. Das führt dazu, dass Firmen immer zeitiger um geeignete potenzielle Leute buhlen. „Inzwischen sind die Hälfte aller gemeldeten Jobangebote Stellen, die sich auf einen mittelfristigen Zeitraum beziehen“, sagt Hildebrand. Das verschaffe der Agentur aber auch die Möglichkeit, gezielt in diese Richtungen Bewerber zu qualifizieren.

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