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Aufmerksamkeit für ambulante Pflege

Die Linkspartei ruft eine Aktionswoche zur Altenpflege aus. Im September gibt es eine Konferenz des Landkreises.

© Jens Kalaene/dpa

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Bekanntlich wird das Thema Pflege für viele erst akut, wenn die eigene Familie, der eigene Umkreis betroffen ist. Doch dann trifft es Angehörige meist unverhofft. Eine gute Infrastruktur wäre dann wünschenswert, gerade auf dem Lande. „Doch so ist es nicht“, sagt Bärbel Heym von der Linkspartei. Die Kreistagsabgeordnete hat sich – nach einer Aktionswoche im Vorjahr zum Pflegenotstand allgemein – mit Haupthindernissen bei der ambulanten Pflege in der Region befasst. „Es liegt auch an der Privatwirtschaft, die Anbieter erwarten andere Gewinngarantien als bei gesellschaftlicher Verantwortung“, sagt Bärbel Heym. Dennoch gibt es Lösungsansätze.

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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Die Linkspartei hat sich nicht nur mit Pflege-Anbietern wie der Volkssolidarität und mit Kommunen, sondern auch mit der dem Landratsamt besprochen. Dort sieht man ebenfalls Möglichkeiten der Verbesserung jenseits der bestehenden Konkurrenz.

Den Einsatz effektiver organisieren

Ambulante Pflegekräfte könnten weniger Zeit auf der Straße verbringen, wenn man ihren Einsatz örtlich mehr konzentrieren könnte, meint die Linke. Dem steht freilich die freie Anbieterwahl entgegen. Dem steht außerdem entgegen, dass Fahrtwege bezahlt werden und ein Kostenfaktor in den Verhandlungen mit den Pflegekassen sind. „Wir haben schon mal versucht, übergreifende Pflege-Beratungsstützpunkte zu etablieren, das ist in Sachsen an der CDU gescheitert“, sagt Linken-Stadtrat Harald Kühne. Jetzt nimmt die Linksfraktion noch mal Anlauf und setzt sich für verbindliche Standards ein. Schließlich gäbe es allgemein zu wenig Pflegekräfte, sie effektiver einzusetzen, würde allen helfen.

Aktionswoche Pflege

Vom 23. bis 27. April im gesamten Landkreis Meißen. Infos gibt es am 23. April ab 9 Uhr am Infomobil, das über Land fährt.

24. April ab 10 Uhr Infostand auf dem Hauptmarkt Großenhain

25. April vormittags in Riesa auf dem Kinovorplatz

26. April ab 9 Uhr Meißen, Wochenmarkt Brauhausstraße

27. April ab 9 Uhr Radebeul, Wochenmarkt

24. April 10 Uhr Gespräch in Nossen, 14 Uhr mit der Volkssolidarität, 17Uhr in Stauchitz/Hirschstein.

Auch mit Käbschütztal arbeiten die Kreisräte der Linken zusammen.

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Gesetzliche Rahmenbedingungen müssen sich laut Linkspartei ändern. Aber auch auf Kreisebene könnte was verbessert werden. So hat das Sozialamt des Landkreises von sich aus für September eine Pflegekonferenz einberufen. Die Linke will darüber hinaus erreichen, dass sich der Kreistag insgesamt – also alle Bereiche – mit der ambulanten Pflege auseinandersetzt. Denn auch das Wohnen und der Nahverkehr gehören für die Betroffenen dazu.

„Wir hören immer wieder von Menschen, dass sich zu diesem Thema in großer Sorge sind, besonders, wenn Kinder und Enkel weit weg wohnen“, sagt Bärbel Heym. Bewusst habe man sich in der neuerlichen Aktionswoche (s. Infokasten) für den Bereich Nossen/Hirschstein/Stauchitz entschieden, weil die Versorgungslücken dort am größten sind. Der Bedarfsplan des Kreises an Altenbetreuung werde überdies derzeit fortgeschrieben. Bekanntlich soll die Pflegeausbildung erweitert und Tausende neue Kräfte sollen bundesweit eingestellt werden können. „Wir sind als Linkspartei im Landkreis Ansprechpartner für dieses Thema geworden“, freut sich Heym.

Die Linken wollen sich im September mit ihren Erfahrungen in die Kreiskonferenz einbringen. Für weitere Hinweise und Anregungen sind sie sehr dankbar.

Kontakt: Telefon 03522 5598270