merken
Sport

Mehr Auswärts-Tore bei Geisterspielen

Durch die fehlenden Zuschauer verschwindet im Fußball offenbar der Heimvorteil für Mannschaften, hat ein Mathematiker herausgefunden.

Fußballspiele in der Corona-Krise ohne Zuschauer haben eindeutig die Gäste-Mannschaft begünstigt, so die Auswertung der Statistik.
Fußballspiele in der Corona-Krise ohne Zuschauer haben eindeutig die Gäste-Mannschaft begünstigt, so die Auswertung der Statistik. © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Tilburg/Berlin. Für die Erfolgsgeschichte der Auswärtsteams in der Fußball-Bundesliga während der Corona-Restsaison sind nach Meinung von Mathematik-Professor John Einmahl die Geisterspiele verantwortlich. "Der Heimvorteil verschwindet! Die Zuschauer spielen eine immense Rolle, und es scheint, dass hoch bezahlte Fußballprofis weniger kaltblütig sind als erwartet", sagte der Wissenschaftler von der Universität Tilburg am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Profis "werden in der Tat stark von den Zuschauern beeinflusst, und die Fans haben wiederum einen wichtigen Einfluss auf das Ergebnis eines bestimmten Fußballspiels", erklärte der 63-Jährige. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jan Magnus hatte Einmahl sämtliche Partien analysiert. Die Schlussfolgerung aus ihren Berechnungen untermauert den Trend der letzten neun Spieltage: Partien ohne Zuschauer haben eindeutig die Gäste-Mannschaft begünstigt.

Anzeige
Autopanne im Urlaub? Sicher nicht!
Autopanne im Urlaub? Sicher nicht!

Sommerzeit ist Ferienzeit. Und leider oft auch Pannenzeit. Um Probleme zu vermeiden, empfiehlt pitstop, das Auto vor der Reise warten zu lassen.

Beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC am Samstag standen auf der Tribüne Pappfiguren mit Fotos von ehemaligen Spielern von Mönchengladbach.
Beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC am Samstag standen auf der Tribüne Pappfiguren mit Fotos von ehemaligen Spielern von Mönchengladbach. © Marius Becker/dpa

Einmahl, Professor für mathematische Statistik, verglich die Spielzeit 2018/19 (306 Partien) mit der geteilten Saison 2019/20 - vor und nach Corona. So erzielten die Heimteams in der vergangenen Saison 123 Tore mehr als die Gästemannschaften: ein Vorteil von durchschnittlich 0,40 Toren pro Spiel. In der aktuellen Saison schossen die Heimteams in den ersten 25 Runden (224 Spiele vor der Corona-Zwangspause) 54 Tore mehr als die Auswärtsmannschaft - an den letzten neun Spieltagen (82 Spiele) dagegen 20 Tore weniger.

Weiterführende Artikel

Das hält Sachsens bester Schiri von Geisterspielen

Das hält Sachsens bester Schiri von Geisterspielen

Alexander Sather hat drei Partien in zweiter und dritter Liga gepfiffen. Die Bilanz des 33 Jahre alten Grimmaers ist auch ein Plädoyer für die Fans.

Von den 82 Spielen nach Neubeginn der Saison (darunter die nachgeholte Partie Werder Bremen - Eintracht Frankfurt/0:3) gewannen die Heimteams 26; die Gästemannschaft verließ 37 Mal als Sieger den Platz. Remis endeten 19 Duelle. (dpa)

Aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt lesen Sie in unserem Newsblog.

Mehr zum Thema Sport