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Mehr Autonomie bei den Profilen

Schulen können fünf verschiedene Richtungen anbieten. Das Gymnasium hat sich anders entschieden.

Spanisch gehört zu den drei Profilen, die das Lessing-Gymnasium anbietet. Lehrer Thomas Wildenhain hat Schüler beim Tag der offenen Tür auf die Sprache neugierig gemacht. © Archiv: Michael Höhm

Döbeln. Seit dem Jahr 2004 haben die Schulen die Möglichkeit, fünf verschiedene Profile anzubieten: das naturwissenschaftliche, das gesellschaftswissenschaftliche, das künstlerische, das sportliche und das sprachliche Profil. Am Döbelner Lessing-Gymnasium war das bisher nie der Fall. „Wir haben uns auf drei Profile beschränkt. Das hat sich bewährt“, sagt Schulleiter Michael Höhme. Während das naturwissenschaftliche und das gesellschaftswissenschaftliche Profil die Jahre über unverändert geblieben sind werden am Gymnasium inzwischen fünf Fremdsprachen gelehrt. Englisch lernen alle ab der fünften Klasse. Französisch, Russisch oder Latein kommen ab der sechsten Klasse dazu. Und Spanisch steht ab der achten Klasse als sprachliches Profil auf dem Plan. Die Profile enden mit dem Abschluss der zehnten Klasse. Spanisch kann aber als Grundkurs weitergeführt werden. „Und so sind wir mit der Sprache schon in der elften Klasse angekommen und haben ab der achten Klasse in jeder Stufe einen Spanischkurs“, freut sich der Schulleiter.

Das naturwissenschaftliche Profil verbindet die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Geografie. Außerdem gibt es Einblicke in die Astronomie. Wer dieses Profil wählt, taucht in der neunten und zehnten Klasse auch in die Welt der Medien ein. Denn ein Drittel des Unterrichts ist Informatik. Behandelt werden zum Beispiel Medientypen und Multimedia, Daten und Datenbanken sowie Programmierung und Netzwerke. In den vergangenen Jahren war das Interesse so große, dass schon öfter zwei Gruppen für dieses Profil gebildet wurden.

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Im gesellschaftswissenschaftlichen Profil geht es um Geld und Geltung, Medien und Macht, Geschlechtergerechtigkeit und Chancenverteilung. Auch die Heimat, Europa, die Globalisierung und der Terrorismus spielen eine Rolle.

Seit die Profile eingeführt wurden, fanden sich auch immer für alle Interessenten, so dass in keinem Jahrgang mit einem Angebot ausgesetzt werden musste. „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein Profil. Aber wir konnten immer auf ein Wahlverfahren verzichten“, sagt Michael Höhme. Er hofft, dass das auch weiterhin so klappt. In Bezug auf das Medienprofil hat er keine Bedenken. Zwar gibt es viele Jugendliche, die sich für die digitalen Veränderungen interessieren, aber auch die Naturwissenschaften und Sprachen bieten spannende Themen.

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Als sehr positiv vermerkt Michael Höhme eine Veränderung der Vorgaben für die Profile. Sie seien flexibilisiert worden. Das heißt, die Schulen müssen sich nicht mehr an die alten Profile halten. Sie sollen mehr Autonomie bekommen und kreativ werden. Diese Entscheidung komme dem Gymnasium bei der Einführung des Medienprofils sehr entgegen. Jetzt müsse keine übergeordnete Stelle mehr um Erlaubnis gefragt werden. „Es ist besser, Projekte selbst zu konzipieren, als sie vorgesetzt zu bekommen.“

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