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Dresden

Petition gegen Baumfällung

Informatikprofessorin Teresa Merino will das Stadtgrün schützen, das heute scheinbar problemlos gefällt werden darf. 

Teresa Merino (5.v.r.) hat am Donnerstag die Petition zum Baumschutz an Landtagspräsident Matthias Rößler übergeben.
Teresa Merino (5.v.r.) hat am Donnerstag die Petition zum Baumschutz an Landtagspräsident Matthias Rößler übergeben. © SZ/Kay Haufe

Große Nadelbäume verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild.  Laut Sächsischer Gehölzschutzsatzung, die seit 2010 gilt, dürfen  Eigentümer sie ohne Genehmigung fällen. Schutzlos sind ebenfalls Obstbäume, Pappeln, Birken und Weiden auf bebauten Grundstücken. Wie viele Bäume der Säge in Dresden schon zum Opfer fielen, weiß die Stadt aber nicht, denn private Bäume werden nicht erfasst.  

Für mehr Baumschutz macht sich nun die Petition "Natur macht glücklich" stark. Initiiert wurde sie von Teresa Merino, die als Informatikprofessorin an der HTW Dresden lehrt. Am Donnerstagnachmittag übergab sie die Petition mit rund 3800 Unterschriften an Matthias Rößler (CDU), den Präsidenten des Sächsischen Landtages. Dieser zeigte großes Interesse am Thema und erinnerte sich an eine stürmische Kabinettssitzung, in der die Gehölzschutzsatzung damals beschlossen wurde. "Das war eine sehr umstrittene Entscheidung", sagt Rößler, der selbst eine Streuobstwiese in Cossebaude hat und kürzlich neue Bäume gepflanzt hat.

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Der Zeitpunkt für die Petition sei allerdings etwas unglücklich, sagte Kerstin Lauterbach (Linke), die Vorsitzende des Sächsischen Petitionsausschusses. Nicht nur, dass bald die Sommerpause beginnt, am 1. September wird in Sachsen auch eine neuer Landtag gewählt, womit sich auch der Petitionsausschuss  wieder neu zusammenfinden muss. Dennoch gebe es klare Vorschriften zur Bearbeitung der Petition. Zunächst geht sie zur Stellungnahme an das Umweltministerium.   Weiterhin können Stellungnahmen unter anderem von Stadt oder anderen Behörden oder Gremien angefordert werden. Nach einem halben Jahr erhalte Teresa Merino eine erste Antwort, wie der Bearbeitungsstand ist.  Ist diese abgeschlossen, erstellt ein Mitglied des Petitionsausschusses eine Empfehlung an den Landtag, der letztlich über die Petition entscheidet.

Über diese relativ lange Bearbeitungszeit war Teresa Merino überrascht. Doch sie hat die Atmosphäre der Petitionsübergabe als sehr angenehm empfunden, sagt sie. Nun heißt es abwarten. Merino ist jedoch überzeugt, dass das Thema Bäume in der Stadt viele Menschen beschäftige. "Dresden ist nach wie vor eine grüne Stadt, aber das darf sich nicht weiter ändern", sagt sie. 

Landtagspräsident Rößler ist sich sicher, dass die Gehölzschutzsatzung nach der Wahl wieder Thema ist, weil es alle beträfe. Merino sagt: "Wir müssen lernen, langfristiger in der Stadt zu denken." Dann wären viele Baumfällungen gar nicht mehr möglich.   

Die Gründe zum Fällen sind in Dresden nach Aussage des Umweltamtes  sehr vielfältig. Sie reichen von Nachbarschaftsstreitigkeiten, über zu hohe Mühen des Laubkehrens bis zu Ängsten vor Schadensfällen und Haftungsfragen und zu Bebauungswünschen des Grundstücks.