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Bautzen

Mehr Bäume gefällt als  wieder gepflanzt

„Die Stadtbegrüner“ haben schon viel geschafft. Sie wünschen sich noch mehr Unterstützer und laden zum Erfahrungsaustausch.

Stadtbegrüner Olaf Haase freut sich über die schön bepflanzten Baumscheiben an der Thomas-Mann-Straße.
Stadtbegrüner Olaf Haase freut sich über die schön bepflanzten Baumscheiben an der Thomas-Mann-Straße. © Carmen Schumann

Bautzen. Langsam verblühen die Pflanzen, die rund um die Stämme der Straßenbäume an der Thomas-Mann-Straße eingesetzt wurden. Doch noch kann man ihren blühenden Charme erahnen. Olaf Haase von der Bürgerinitiative „Die Stadtbegrüner“, der in der Nachbarschaft wohnt, gefallen diese drei sogenannten Baumscheiben besonders gut. Insgesamt sind in diesem Jahr im Stadtgebiet 70 dieser Baumscheiben bepflanzt worden, rund 30 Prozent mehr, als im Vorjahr. Die meisten von Anwohner. Aber auch die Bautzener Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft BBB bepflanzte Musterscheiben am Kornmarkt in der Nähe des Bistro Orient. Wie Olaf Haase in Gesprächen mit Bürgern erfuhr, findet die Initiative der Stadtbegrüner ausschließlich Zustimmung. Er habe beobachtet, dass Autofahrer an den Baumscheinen vorsichtiger einparkten. Viele sagten ihm, die Blüten zauberten einem ein Lächeln ins Gesicht. Freuen werden sich auch die Insekten, die sich am Blütennektar laben können.

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Am Ende... gut

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Die Stadtbegrüner haben sich zum Ziel gesetzt, die Stadt für die Bürger grüner und bunter werden zu lassen, gleichzeitig aber auch etwas zum Insektenbestand beizutragen. Olaf Haase sieht noch viele Reserven zur Begrünung der Baumscheiben. So sei die Wilthener Straße ein Kandidat. In der Fichtestraße hätten dagegen Anwohner bereits vor Jahren die Initiative ergriffen und Baumscheiben bepflanzt. Er und seine Mitstreiter wünschen sich, dass die Baumscheiben-Aktion ein Selbstläufer wird. „Wir stehen allen Interessenten gerne mit Rat und Tat zur Seite“, sagt er. – In der etwa zehnköpfigen Kerngruppe der Stadtbegrüner ist Olaf Haase für das sogenannte Großgrün, also die Bäume, zuständig. „Ich sehe mich als Anwalt der Bäume“, sagt er. In dieser Beziehung findet er einiges im Argen. So zum Beispiel an der Taucherstraße, wo im Zuge der Straßenbauarbeiten einige Bäume gefällt werden mussten. An der Neubepflanzung hat er zu bemängeln, dass nicht alle möglichen Stellen für das Bepflanzen mit einem Baum ausgenutzt wurden. Ungünstig sei es auch, wenn ein Baum unmittelbar neben eine Straßenlaterne gesetzt wurde.

Von 180 Linden stehen noch 80

Im Fokus hat Olaf Haase zudem die Paulistraße. Dort standen einmal 180 Linden, wie er sagt. Momentan seien es nur noch 80. Ziel müsse es sein, die ursprüngliche Anzahl wiederherzustellen. Außerdem würde er sich wünschen, dass in den wohl immer heißer werdenden Sommern noch mehr Leute zur Gießkanne greifen, um die Bäume vor ihrem Haus zu bewässern.

Bei den Stadtbegrünern gibt es unterschiedliche Aufgabenbereiche. So kümmern sich beispielsweise die für die Blütenwiesen Verantwortlichen bereits jetzt darum, dass die Zwiebeln für die Frühblüher in die Erde kommen. Somit können die Rasenflächen unter anderem am Stadtwall und an der Post dann bereits im Frühjahr mit ihrer Blütenpracht das Auge erfreuen und Insekten anlocken.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der Stadtbegrüner ist die Wiederbelebung stadtnaher Wanderwege, so unter anderem im Humboldthain, unterhalb der Ortenburg oder am Vorstau.

Zum Saisonabschluss laden die Stadtbegrüner für den 12. Oktober von 10 bis 12 Uhr zum Erfahrungsaustausch bei Kaffee, Tee und Kuchen in den Blumenladen Löwenzahn, Taucherstraße 29, ein.