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Löbau

Mehr Beachtung für Schürzenjäger

Ein Oppacher ruft im Internet zur Wahl des "Oberlausitzer Wortes des Jahres" auf. Das soll die Kultur der Mundart in Sachsen stärken - der "Sissebittch" könnte helfen.  

Viele Oberlausitzer identifizieren sich mit ihrer Heimat - und ihrer Mundart. © Archiv: Matthias Weber

So sehr viele Oberlausitzer ihre Mundart lieben - sie gehört mittlerweile zu den bedrohten Arten. "Vieles ist verloren gegangen", klagt der Görlitzer Gerd Münzberg, Mit-Initiator des "Tags der Oberlausitz". 

Er will die Bedeutung der Mundart in der Region und deren kulturellen Rang in Sachsen wieder stärken - und hat dafür einen Mitstreiter gefunden, der fern der Heimat ein echter Oberlausitzer geblieben ist: "Schnatl Koarle" nennt sich Uwe Kruschinski. 

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Der Kraftfahrer stammt aus Oppach, wohnt aber seit Langem in Fahrenzhausen bei München. Er betätigt sich als Mundart-Dichter und dem Internet sei Dank,  ist er in ständiger Tuchfühlung mit seiner Heimat. Im Netz hat er bei Facebook die offene Gruppe "Oberlausitzer Mundart" gegründet, die mittlerweile über 2.000 Mitglieder zählt.

Und dort ruft er zum mittlerweile fünften Mal zur Kür des "Oberlausitzer Wortes des Jahres" auf. In den letzten Jahren gelangten so Wörter wie "Foarzwulle" (Sauerkraut) oder "Kließlroaffer" (Büstenhalter) zu neuer Bekanntheit. Zehn Begriffe stehen nun wieder zur Auswahl, vom "Schnupftichl" (hochdeutsch: Taschentuch) bis zum "Sissebittch", was einen Schürzenjäger bezeichnet.

 Die Online-Abstimmung läuft noch bis zum 30. April und zu gewinnen gibt's auch etwas. Drei Teilnehmer, die das Siegerwort gewählt haben, bekommen ein T-Shirt mit dem aufgedruckten Wort des Jahres.

Das Wort soll aber nicht bloß auf T-Shirts bleiben. "Wir versuchen, das Oberlausitzer Wort des Jahres in eine größere Öffentlichkeit zu bringen", sagt Gerd Münzberg. Jedes Jahr etwa würde mit einer großen Feier das "Sächsische Wort des Jahres" gekürt und erfahre stets große Aufmerksamkeit. "Wir wollen, dass im Rahmen dieser Feier auch das Oberlausitzer Wort des Jahres bekanntgegeben wird. Das wäre ein großer Erfolg", sagt Münzberg

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