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Mehr Besucher in Simmels DDR-Welt

Vor rund einem Jahr hat der Investor die Ausstellung aus Radebeul gekauft und an den Dresdner Albertplatz gebracht. Das hat sich offenbar gelohnt.

© Sven Ellger

Von Sarah Herrmann

Dresden/Radebeul. Von Aldi in den Konsum – das scheint am Albertplatz gut zu funktionieren. Schon im ersten Jahr konnte Peter Simmel in seiner „Welt der DDR“ in dem Neustädter Einkaufszentrum mehr Besucher zählen als die Radebeuler in Spitzenzeiten. Der Investor hatte die Ausstellung Anfang 2017 vom dortigen Museum übernommen, weil die Besucherzahlen stetig gesunken waren. Ins DDR-Museum in Radebeul kamen zuletzt nur noch rund 40 000 Leute, zu Bestzeiten waren es 60 000.

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Und in Dresden? Rund 85 000 Besucher kamen seit der Eröffnung, um die Ausstellung zu sehen. „Die Zahlen liegen über unseren Erwartungen“, sagt Peter Simmel. Überwiegend positiv seien auch die Rückmeldungen. Nicht nur in Internet-Bewertungsportalen, sondern auch beim Hausherrn. „Natürlich haben wir auch kritische Stimmen. Das ist ganz normal. Wir sind dafür sehr dankbar und gehen konstruktiv damit um. Jede Kritik hilft uns, besser zu werden.“ Am Hauptkritikpunkt der SZ-Leser hat sich hingegen nichts geändert. Bei einer Befragung zur Eröffnung monierten viele den Eintrittspreis. Der sei mit neun Euro pro Erwachsenem zu hoch. „Wir halten den Preis grundsätzlich für gerechtfertigt“, erklärt Simmel. Statt die Preise zu senken, habe das Team sich tägliche Aktionen ausgedacht. Donnerstags werden beispielsweise kostenlose Führungen angeboten. Vor allem die Neustädter Ortsbeiräte hatten sich über mangelnde Einordnungen in den historisch-politischen Kontext geärgert. Das sei auch nicht gewollt, hieß es damals vonseiten des Museums. Es gehe um eine völlig wertfreie Präsentation der Tatsachen.

Die soll durch etwa 100 000 Exponate gelingen – von der Anbauwand bis zur Zwirnrolle. Dabei gibt es immer wieder Neues zu entdecken. So haben Besucher Exponate gespendet. Es gebe weitere Pläne für die Ausstellung, sagt Peter Simmel geheimnisvoll.

Im benachbarten Hochhaus geht es indes nur schleppend voran. Die Erdgeschoss-Fläche zur Königsbrücker Straße steht leer. Nun gab es einen Interessenten. Der ist allerdings wieder abgesprungen, so Simmel. Dafür soll im April ein Hörgerate-Geschäft im einstigen Gewürze-Laden von Sternekoch Alfons Schubeck eröffnen. Die fünfte Etage des Hochhauses ist voll vermietet. Im zweiten, dritten und vierten Stock sind hingegen noch einige Fläche frei. „Wir sprechen mit verschiedenen Interessenten“, so Simmel.