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Mehr Betten in der Psychiatrie in Sachsen

Psychische Erkrankungen, Fettleibigkeit und Alterskrankheiten nehmen auch in Sachsen zu. Dieser Entwicklung soll die Versorgungsstruktur im Land angepasst werden. Dabei verschieben sich die Prioritäten.

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Dresden. Angesichts des stark steigenden Bedarfs sollen in Sachsens Krankenhäusern die Bettenkapazitäten in der Psychiatrie ausgeweitet und dafür anderswo reduziert werden. Wichtig sei zudem der Ausbau der ambulanten Strukturen, vor allem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sagte Sozialministerin Christine Clauß (CDU) am Dienstag in Dresden. Der vom Kabinett für 2012/2013 verabschiedete Krankenhausplan orientiere sich an der vorhergesagten demografischen Entwicklung. „Damit geben wir die angemessene Antwort auf die demografischen Herausforderungen und schaffen die Grundlage für eine bedarfsgerechte moderne Versorgung.“

Vorgesehen ist ein Abbau der Bettenzahl von derzeit 25.746 auf 25.370. „Schließungen von Krankenhäusern oder Abteilungen sind aber nicht geplant“, versicherte die Ministerin. Zudem sollen sieben zusätzliche Palliativstationen für eine flächendeckende Versorgung und Kompetenzzentren für spezielle Erkrankungen eingerichtet und Geriatrie-Netzwerke gebildet werden. Laut Clauß hat die Häufigkeit psychischer Krankheitsfälle pro 1.000 Einwohner im Freistaat seit 1992 um 132 Prozent zugenommen, weit mehr als bundesweit. In anderen Fachbereichen verdoppelte sie sich dagegen nur.

Immer mehr Altersprobleme

Verantwortlich für die Zunahme psychischer Erkrankungen seien die wachsende Zahl von Altersproblemen wie Demenz, aber auch Depressionen und Burnout bei jüngeren Menschen sowie belastende soziale Faktoren wie Alkohol- und Drogenkonsum. Allein bei den 15- bis 25-Jährigen sei die Häufigkeit der Fälle seit der Wende auf das Drei- bis Vierfache gestiegen. Ein Grund sei auch der Mangel an Fachärzten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Daher sollen die Ausbildung von Spezialisten gefördert und ambulante Strukturen verbessert werden.

Zugleich soll die geriatrische Versorgung von Krankheiten alternder Menschen qualitativ und wohnortnah ausgebaut werden. Ab 2014 soll in jedem Landkreis oder kreisfreier Stadt ein Netzwerk etabliert sein. Im Plan seien erstmals 20 Krankenhäuser mit einer geriatrischen Abteilung ausgewiesen, die über spezialisierte Ärzte, Pfleger und therapeutische Dienste verfügten. Das Klinikum St. Georg wird laut Clauß noch 2012 das bundesweit erste Zentrum für septische Chirurgie. „Damit sagen wir den Krankenhauskeimen den Kampf an.“ Weitere spezialisierte Zentren gibt es für die Behandlung von Fettleibigkeit sowie Cochlear-Implantation für Menschen mit Hörproblemen. (dpa)