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Sachsen

Mehr Fahrschüler in Sachsen

Neue Abgasregelungen sorgen auch beim Führerschein für höhere Kosten. Fahrlehrer sehen die Regelungen kritisch. Trotzdem steigt die Zahl der Fahrschüler.

© Swen Pförtner/dpa
Die Fahrschulen in Sachsen verzeichnen mehr Zulauf. Wie der Vorsitzende des Landesverbands sächsischer Fahrlehrer, Andreas Grünewald, mitteilte, versuchten sich 2018 knapp 70.000 Menschen an der praktischen Fahrprüfung. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Einerseits kämen jetzt wieder geburtenstärkere Jahrgänge in die Fahrschulen, sagte Grünewald. Andererseits sorge das Modellprojekt AM15 für mehr Nachfrage. Dadurch können seit 2013 Jugendliche in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits mit 15 Jahren den Mopedführerschein machen, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern seit 2017.

Auch immer mehr Besitzer ausländischer Führerscheine beantragen eine Umschreibung auf das deutsche Dokument. Bislang mussten sie keine Fahrstunden nehmen, sondern nur die Theorie- und Praxisprüfung bestehen. Dies jedoch sei ein großes Problem gewesen, sagte Grünewald. Das Kraftfahrtbundesamt veröffentlichte Zahlen, nach denen voriges Jahr 58 Prozent der Prüflinge mit ausländischem Führerschein durch die praktische Prüfung fielen.

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Nun müssen Fahrschulen den Wissenstand der Bewerber vor der Prüfung abfragen. Nach welchen Kriterien das genau geschehen soll, sei allerdings unklar, bemängelte Grünewald. Der sächsische Fahrlehrerverband sei unzufrieden mit den schwammigen Vorgaben des Gesetzgebers.

Für den Verband sind auch die veränderten EU-Prüfverfahren für Abgaswerte ein großes Thema. Autos mit Schaltgetriebe fielen oft durch die Tests und die Auswahl für Fahrschulen schrumpfe, berichtet Grünewald. Gleichzeitig müssten Fahrschulautos moderne Assistenzsysteme aufweisen. Diese Kombination werde den Führerschein in Zukunft teurer machen. Der Vorsitzende des Landesverbandes kritisierte, dass Fahrschulen bei der Diskussion über die Abgaswerte nicht beteiligt würden, obwohl sie sich als Experten in diesem Gebiet verstünden. (dpa)