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Weißwasser

Mehr Gelassenheit ist wünschenswert

Tageblatt-Mitarbeiter Frank Thümmler über den Umgang mit dem Coronavirus

© Joachim Rehle

Kaum ein Thema seit der Flüchtlingskrise lässt die Emotionen so hochkochen wie der Umgang mit der Corona-Pandemie. Eine sachliche Diskussion zu führen, die nicht schnell laut wird, in Beleidigungen, gar Hass abgleitet, ist immer seltener möglich. Schuld daran tragen beide Seiten. Die eine Seite, weil sie sich kaum abgrenzt oder abgrenzen kann von rechten oder linken Extremisten und Verschwörungstheoretikern. Die andere, weil sie sich auf der moralisch sowieso richtigen Seite wähnt und die anderen zum Beispiel als „Covidioten“ verunglimpft.

Man könnte sich auch an ein paar einfache Fakten halten: Der Covid-19-Virus ist neu. Niemand weiß genau, was er alles im Körper eines Infizierten anstellt. Es gibt noch kein den Virus im Körper besiegendes Medikament. Ein Impfstoff steht vielleicht in naher oder ferner Zukunft zur Verfügung. Erfahrungen und erschreckende Bilder zeigen, dass besonders Alte und Vorerkrankte (aber nicht nur) hochgefährdet sind, nicht selten mit ihrem Leben bezahlen, während eine Infektion für viele andere glimpflich, oft sogar unbemerkt endet.

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Vor diesem Hintergrund frage ich alle Totalverweigerer von Schutzmaßnahmen wie Masken oder Abstand: Würden Sie ihre vielleicht hochbetagten und/oder vorerkrankten Großeltern/Eltern mit dem Virus anstecken, den Sie sich leichtsinnig aufgelesen haben und der Ihnen selbst nichts antut? 

Die andere Seite fordere ich zu mehr Augenmaß und Logik beim Erlass irgendwelcher Vorschriften auf. Eins von unzähligen Beispielen gefällig? Eine Hochzeitsgesellschaft, die mit bis zu 100 Leuten gemeinsam feiern darf, muss aber im Standesamt Abstand halten. Die Brautmutter darf nicht ihrem Schwiegersohn um den Hals fallen. Und die Rathaustreppe gemeinsam runter? Geht natürlich auch nicht. Hygienekonzepte, die mehr Schein als tatsächlicher Schutz vor Ansteckung sind, sorgen nur für Verärgerung und am Ende für sinkende Akzeptanz. 

Und wenn Sie es mit der Solidarität ernst meinen, lassen Sie ihr Geld nicht im Internet, sondern vor der Haustür: im Reisebüro, in der Kneipe, beim Händler …

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