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Mehr Geld für den Landaufschwung

Um die rund 750 000 Euro aus dem Programm kann sich im Prinzip jeder bewerben. Er braucht nur eine gute Idee.

© André Braun/Archiv

Von Maria Fricke

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Döbeln. Nicolas Sihombing und Daniel Zimmermann haben es getan. Und waren damit erfolgreich. Sie haben Geld beim Modellprojekt Landaufschwung beantragt und damit die Initiativen Döbeln.jetzt und Striegistal.jetzt auf den Weg gebracht. In einem Verbund präsentieren sich dort Unternehmen aus der Region gemeinsam, auf einer eigenen Internetseite, im sozialen Netzwerk Facebook oder in einer Broschüre. 8 000 Euro hat das Erstellen der Striegistaler Broschüre mit einer Auflage von 1 000 Stück gekostet. Das zu finanzieren, war nur möglich mit dem Modellprojekt.

Was hat es mit dem Modellprojekt Landaufschwung auf sich

Ziel des Vorhabens ist es, den ländlichen Raum zu stärken. Schlagworte dabei sind Daseinsfürsorge und Wertschöpfung. Projekte, die diese Ziele verfolgen, werden mit Geld vom Bund unterstützt. Wer die Förderung erhält, wird dabei von einem regionalen Entscheidungsgremium festgelegt. In dem sitzen unter anderem Vertreter aus den Leader-Managements, dem Kreissportbund, der Mittelsächsischen Kultur gGmbH sowie der Sparkasse Mittelsachsen.

„Wir bekommen vom Bund einen Geldbetrag zur Verfügung und dürfen über diesen frei entscheiden. Dafür werden wir aber vom Bund beobachtet“, erklärt Kerstin Adam-Staron von der regionalen Entwicklungsagentur Land(auf)Schwung Mittelsachsen. Bereits 2015 hatte sich der Kreis um das Projekt beworben. Er wurde als einer von 13 bundesweit ausgewählt und mit 1,5 Millionen Euro bedacht. Nun wurde das Budget noch einmal aufgestockt, um weitere 750 000 Euro. Damit verlängert sich auch die Laufzeit von Mitte 2018 bis Ende 2019.

Wer kann von dem Projekt des Bundes profitieren

Eigentlich jeder, sagt Kerstin Adam-Staron. Vereine, Initiativen, Unternehmen, aber auch Einzelpersonen können das Fördergeld beantragen. Die Nachfrage ist groß. Bisher sind 47 Anträge bei der Entwicklungsagentur eingegangen. In vier Auswahlsitzungen hat das Entscheidungsgremium 25 Vorhaben befürwortet. Darunter nicht nur die Initiativen Döbeln.jetzt und Striegistal.jetzt, sondern seit kurzem auch Roßwein.jetzt.

Auch die Theaterjugend Mittelsachsen, welche die bisher in Freiberg, Mittweida und Döbeln agierenden jungen Theatermacher für Projekte zusammenbringt, die Lernwerkstätten an der Kulturschule in Schrebitz sowie die historische Landschule im Schulmuseum in Ebersbach profitieren von dem Landaufschwung. Bekanntestes Projekt im Rahmen dessen ist die Nestbauzentrale. Deren Service soll Rückzüglern, Zuzüglern sowie Mittelsachsen, die sich in ihrer Heimat ein Nest bauen wollen, zu gute kommen. Fast 140 Anfragen wurden schon bearbeitet.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Förderung erfüllt sein

Das einzige, was die Antragsteller benötigen, ist eine gute Idee, die der Wertschöpfung oder der Daseinsfürsorge in Mittelsachsen von Nutzen sind. Das dahinterstehende Projekt sollte nachhaltig, innovativ und von hohem Nutzen für möglichst viele Bürger sein. Und: „Das Projekt darf noch nicht durch ein anderes Programm gefördert werden“, betont Kerstin Adam-Staron. Von der Förderung ausgeschlossen sind: Käufe, die dem Ersatz dienen, der Erwerb von Grundausstattung, Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt, die Bezahlung von Stammpersonal sowie die Bewirtung.

Wie viel Unterstützung gibt es für die einzelnen Vorhaben?

Maximal 50 000 Euro gibt es pro Vorhaben, mindestens 1 500 sind die Untergrenze. Die Zuschüsse liegen bei 50 Prozent, wenn der Ansatz von einem einzelnen Betrieb ausgeht. 80 Prozent sind möglich, wenn hinter dem Projekt nicht nur eine Firma steht oder es gemeinnützig ist. Der Eigenanteil der Initiatoren kann zum Teil auch durch Eigenleistungen abgedeckt werden.

Ich habe nur ein kleines Projekt. Gibt es dafür auch Geld?

Über den Pool für Kleinprojekte sind auch Ideen mit einem Budget von 500 bis 3 000 Euro förderfähig. Hier beträgt die Förderung 90 Prozent, die verbleibenden zehn Prozent sind entweder als Eigenleistung oder Bargeld zu erbringen. „Es gibt einen hohen Bedarf an kleinen Unterstützungsinitiativen, zum Beispiel für Vereine“, so Kerstin Adam-Staron. Geld aus dem Pool erhalten hat zum Beispiel der Verein Wetterhöhe 318. Konkret gab es 3 000 Euro, von denen Sitzgelegenheiten und ein Wipptier für einen Guck- und Quatschplatz in Wetterwitz gekauft werden können. „Zurzeit fehlt uns noch Material und der Platz muss noch gepflastert werden“, schildert Martina Arnold vom Verein den aktuellen Stand.

Wie geht es nach 2019 mit den Projekten weiter?

Ziel ist es, dass die mit Landaufschwung finanzierten Projekte nach Ende 2019 entweder auf eigenen Beinen stehen oder über andere Maßnahmen gefördert werden. In jedem Fall soll es aber für die nachhaltig angelegten Projekte weitergehen.

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