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Mehr Geld für Feuerwehrleute

Nach monatelangen Diskussionen einigen sich die Lokalpolitiker auf eine neue Satzung – und werden damit zu Vorreitern im Kreis.

© Sebastian Schultz

Zeithain. Zeithains Gemeinderäte haben sich auf eine neue Entschädigungssatzung für die freiwillige Feuerwehr geeinigt. Mit lediglich zwei Enthaltungen wurde das Papier in der jüngsten Sitzung des Gremiums beschlossen. „Ich bin ziemlich stolz darauf“, sagte Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos), „wir haben eine Lösung gefunden, die alle Gemeinderäte mittragen können.“ Im Landkreis nehme man damit eine gewisse Vorreiterrolle ein. Denn künftig sollen die Kameraden nicht nur für jeden geleisteten Einsatz mindestens 10 Euro erhalten. Bei jedem nachgewiesenem Atemschutzeinsatz erhöht sie sich um weitere 10 Euro.

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Der Beauftrage für Atemschutz – ein Kamerad in der gesamten Wehr – enthält eine Entschädigung von 50 Euro pro Monat.* Auch für Funktionsträger wie Wehrleiter oder Gerätewarte erhöhen sich die Entschädigungen zum Teil auf mehr als

das Doppelte. Zum Vergleich: In Strehla wird derzeit eine jährliche Prämie von 50 Euro für Atemschutzgeräteträger gezahlt, in Gröditz diskutiert – und in Nünchritz gibt es eine solche Prämie gar nicht.

Statt der bisher 10 000 Euro, die Zeithain jährlich für die Entschädigungen der Feuerwehr bezahlt, werden es aufgrund der neuen Satzung künftig etwa 30 000 Euro sein. „Wir haben das Geld nicht, das schwitzen wir uns raus“, sagte Bürgermeister Hänsel mit Blick auf die noch immer schwierige Haushaltslage. „Wir geben das Geld aber gern aus. Das ist unser kommunaler Beitrag, unsere Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt der freiwilligen Feuerwehr auszudrücken.“ Allein damit würden die Probleme der Feuerwehr und vor allem der Nachwuchsmangel allerdings nicht gelöst. Dafür müsste auch das Land aktiv werden und Anreize schaffen, forderte der Bürgermeister auf.

Die neue Satzung gilt rückwirkend ab 1. Januar 2018. In wenigen Jahren soll allerdings geschaut werden, ob an einigen Entschädigungen nachgestellt werden muss. Ralf Hänsel: „Es geht uns nicht darum, die Zahlen nach unten zu korrigieren, sondern wir wollen schauen, ob die Satzung sachgerecht ist.“ (SZ/ste)

* In einer früheren Version des Artikels hatte fälschlicherweise gestanden, dass Atemschutzgeräteträger grundsätzlich eine monatliche Entschädigung von 50 Euro enthalten. Das beruhte auf einem Missverständnis in der Redaktion.