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Mehr Geld für Sportler

Der Kreis erhöht die Sportförderung auf 500 000 Euro. Davon profitieren rund 45 000 Mittelsachsen

© Archiv/André Braun

Von Maria Fricke

Mittelsachsen. Das Landratsamt erhöht die Sportförderung. Ab dem kommenden Jahr steht im Haushalt eine halbe Millionen Euro für die Vereine und den Kreissportbund zur Verfügung. Darauf haben sich am Mittwoch die Kreisräte bei ihrer Sitzung mehrheitlich geeinigt. Der Kreissportbund erhält ab 2018 80 000 Euro, bisher waren es 37 500 Euro. Für laufende Zwecke erhöht sich der Betrag von 170 000 Euro auf 215 000 Euro. Für Investitionen stehen den rund 400 Sportvereinen im nächsten Jahr nun 205 000 Euro zur Verfügung.

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„Eine Erhöhung ist immer gut, für jeden Verein“, freute sich Roswitha Knabe, die Schatzmeisterin des Döbelner Sportvereins DSC, am Donnerstag. Die Förderung sei für den Verein sehr wichtig. „Wir haben ein Stadion sowie eine Kegelbahn zu bewirtschaften. Das kostet sehr viel Geld“, sagte Knabe. Laut der alten Satzung gibt es für Sportplätze mit Flutlicht bisher maximal 750 Euro. Für Funktionsgebäude können Vereine einen Zuschuss von maximal 1 000 Euro beantragen. Abgedeckt werden können damit unter anderem Ausgaben in den Bereichen Energie, Wasser und Heizung, Mieten und Pachten sowie Reparaturen und Instandsetzungen.

Förderbedarf bei Investitionen

Doch nicht nur für vereinseigene Sportstätten gibt es Geld. Auch die Übungsleiter, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit engagieren, erhalten Geld aus der Sportförderung. „Wir betreuen über 400 Kinder“, so Roswitha Knabe. Bis zu 250 Euro sind bisher als Entschädigung für die Trainer möglich.

Vor allem an die kleineren Vereine denkt Lutz Schmidt. „Wir begrüßen die Erhöhung. Es hat doch jeder Verein ums Geld zu kämpfen, vor allem die kleineren“, sagt der Vorsitzende des Sportvereins SV Aufbau Waldheim. Sein rund 300 Mitglieder starker Verein profitiert nicht nur mit einem Betriebskostenzuschuss und der Trainerpauschale von der Sportförderung, sondern aktuell auch aus dem Zuschuss für Investitionen. „Wir bauen zurzeit ein neues Funktionsgebäude“, so Lutz Schmidt.

Peter Krause (Die Linke), Mitglied des Kreistages sowie Vizepräsident des Roßweiner Sportvereins (RSV) mit über 500 Mitgliedern, stimmte dem Beschluss, der auf einen Antrag der CDU/RBV (Regionaler Bauernverband) zurückgeht, im Kreistag zu. Obwohl er den Vorschlag der CDU/RBV-Fraktion anfangs noch kritisiert hatte, weil ein Deckungsvorschlag der Mehrkosten im Haushalt gefehlt hat. „Das Gute ist, dass ein solcher nicht notwendig ist, da der Antrag vor der Haushaltsplanung eingebracht worden ist“, äußerte sich Krause am Donnerstag. Das Landratsamt hat die Mehrkosten in Höhe von rund 137 000 Euro in den Haushaltsplanentwurf für 2018 bereits mit eingearbeitet. „Wird ein solcher Antrag im laufenden Jahr eingereicht, wird ein Deckungsvorschlag benötigt. Der ist für die Fraktion, die nicht in der Verwaltung arbeitet, meist schwer zu finden“, so Krause.

Die Mitglieder der Fraktion Die Linke haben sich noch dafür stark gemacht, dass zukünftig alle zwei Jahre eine Neubewertung der Sportförderung durchgeführt wird. Hintergrund ist, so Krause, dass Mittelsachsen ab 2019 einen Doppelhaushalt beschließt. „Zuvor macht es Sinn, immer noch einmal über die Sportförderung zu diskutieren“, meinte der Roßweiner. Diese Meinung teilte die Mehrheit des Kreistages, sodass die Evaluierung alle zwei Jahre als Bestandteil des Beschlusses mit aufgenommen worden ist. Die Richtlinie zur Sportförderung wird nun überarbeitet und im Kreistag am 13. Dezember beschlossen.

Selbst beim Landratsamt stieß der Antrag auf Wohlwollen, wie Landrat Matthias Damm (CDU) in einer Stellungnahme zu dem Antrag der CDU/RBV-Fraktion deutlich machte. So sei seitens der Verwaltung festgestellt worden, dass vor allem für die Übungsleiter sowie für die Entwicklung der Sportanlagen von den Vereinen ein Förderbedarf besteht. Der Bedarf nach Förderung vor allem im Bereich Investitionen in die Sportstätten ergebe sich laut Damm aus der „bürokratischen Förderpraxis des Landes sowie der aktuellen Baupreisentwicklung“. Der Landkreis komme den Sportlern, so Damm, mit einer kostengünstigen Nutzungsbeteiligung der Sporthallen und -stätten entgegen. Für Peter Krause sollte der Sanierungsstand der Sportstätten noch einmal separat erfasst werden.

Fast 46 000 Mittelsachsen waren 2016 in den rund 400 Sportvereinen des Kreises organisiert. In den vergangenen sieben Jahren ist die Zahl der Mitglieder um rund 2 700 gestiegen. Und das, obwohl es Vereine im Allgemeinen schwer haben, sich zu erweitern. „In vielen kleinen Gemeinden haben die Sportvereine eine hohe Bedeutung. Sie stärken den ländlichen Raum. In ihnen werden Werte vermittelt: Fairness, Teamgeist und Fleiß. Die sind sehr wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, betonte Jörg Woidniok, CDU-Kreisrat und Vorsitzender der CDU/RBV-Fraktion.