Merken

Mehr Geschäftseinbrüche

Eingeschlagene Fenster, aufgehebelte Türen: In vielen Läden machten sich im Vorjahr Diebe zu schaffen.

Teilen
Folgen
© Symbolbild/Keystone

Radebeul. Bargeld, Computer, Elektrogeräte – solche Dinge stehlen Einbrecher aus Geschäften, sollte man meinen. Dass es aber auch viel absurder geht, musste Maik Ritter erleben. Aus seinem Friseursalon in Radebeul klauten Unbekannte Haarfarben. Ob Honigblond, Kupfer oder Blauschwarz war den Tätern dabei wahrscheinlich egal. Ihnen ging es um den Wert der Ware. Und der lag immerhin bei 3 000 Euro. So wie es Maik Ritter Anfang Februar erwischte, ging es schon 2015 etlichen Ladenbesitzern im Landkreis. Die Zahl der Einbrüche ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die Kriminalstatistik der Polizei listet 1 283 Fälle von Diebstählen aus Geschäften für 2015. Ein Großteil davon macht der Ladendiebstahl aus. Also all jene Fälle, in denen Diebe in ein geöffnetes Geschäft gehen, sich Ware greifen und ohne zu bezahlen verschwinden – oder es zumindest versuchen. Denn in der Polizeistatistik tauchen logischerweise nur die Tatverdächtigen auf, die erwischt wurden.

Mit rund 300 gemeldeten Fällen im Jahr 2015 hat jedoch vor allem die Zahl der Einbrüche in Geschäfte zugenommen. Im Dezember etwa hebelten Unbekannte das Fenster eines Geschäfts in Radebeul auf und klauten einen Beamer. An einem Sonntagmorgen im September stahlen Einbrecher einen Computer, Bargeld und eine Handytasche aus einem Großenhainer Geschäft. Zuvor hatten sie die Eingangstür aufgehebelt. Rabiat gingen Diebe in Meißen vor, wo sie das Schaufenster eines Geschäfts einschlugen, um Geld, einen Fotoapparat und Computertechnik zu klauen. Die Liste ließe sich lang fortsetzen. Auch Gaststättenbetreiber gehören häufig zu den Geschädigten. So wie beispielsweise ein Restaurant in Moritzburg, aus dem Einbrecher im November Lebensmittel und Kochutensilien im Wert von mehreren Hundert Euro stahlen. Längst nicht jeder Ladenbesitzer spricht jedoch darüber, wenn bei ihm eingebrochen wurde. Solche Nachrichten sind nicht gut für das Geschäft, fürchten einige.

Kein Muster bei den Tätern

Die Polizei konnte im letzten Jahr insgesamt 818 Tatverdächtige ermitteln – sowohl Ladendiebe als auch Einbrecher. Der überwiegende Teil der Verdächtigen sind Männer. Ansonsten gäbe es kein bestimmtes Muster, sagt Polizeisprecher Marko Laske: „Das sind Täter jedweder Couleur.“ Die Annahme, nach der besonders häufig Drogenjunkies in Geschäfte einstiegen, ließ sich aus der Statistik nicht bestätigen. Auch der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Tatverdächtigen ist eher gering. 80 Prozent der Diebstähle wurden von Erwachsenen verübt. Hingegen ist der Anteil sogenannter nichtdeutscher Tatverdächtiger um etwas mehr als sechs Prozent auf 24,8 Prozent gestiegen. „Das hängt auch damit zusammen, dass 2015 insgesamt mehr Nichtdeutsche hier waren als noch 2014“, sagt Laske. Der durch Diebstähle entstandene Schaden lag 2015 bei 213  000 Euro.

Auch in diesem Jahr gab es bereits wieder etliche Einbrüche in Geschäfte. Nicht nur bei Maik Ritter, wo die Täter die Fenster einbrachen, um sich Zugang zum Geschäft zu verschaffen. Für den Friseur war es bereits der vierte Einbruch. Anfang des Jahres brachen Unbekannte in ein Autohaus in Meißen ein und stahlen einen schwarzen Renault. Erst kürzlich wollten Täter in ein Uhren- und Schmuckgeschäft in Riesa eindringen. Ihr Versuch, das Schaufenster mit einem Gullydeckel einzuwerfen, scheiterte jedoch. Allein der Sachschaden beläuft sich aber auf 6  000 Euro. Schon im November hatten Unbekannte auf dieselbe Weise versucht, in das Geschäft zu kommen.

Tipps und Hinweise, wie sich Ladenbesitzer vor Diebstählen und Einbrüchen besser schützen können, gibt beispielsweise die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Dresden. Polizeisprecher Marko Laske weiß aber, dass sich Sicherheitsaspekte und Marketingstrategien oft in die Quere kommen. Als eine Möglichkeit der Überwachung empfiehlt er Videokameras.