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Radebeul

Mehr Grün oder mehr Bauland?

Die SZ hat die Kandidaten vor der OB-Wahl befragt und veröffentlicht die Antworten bis zur Wahl.

Thomas Schubert (links) und David Steinmann bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters.
Thomas Schubert (links) und David Steinmann bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters. ©  Archiv

Die Coswiger sind aufgerufen, am 3. November einen neuen Oberbürgermeister zu wählen: Thomas Schubert (parteilos) und David Steinmann (AfD) bewerben sich um das Amt. Bis zur Wahl veröffentlicht die Sächsische Zeitung ihre Antworten zu verschiedenen Themen in loser Reihenfolge. (SZ/pz)

Was braucht Coswig dringender: Mehr Grün oder mehr Bauland?

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Eine Frage der Ehre

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David Steinmann: Das Gegeneinander geht mir auf die Nerven. Coswig bleibt nur attraktiv, wenn es sich als naturnahe Gartenstadt weiterentwickelt und gleichzeitig für die Bedarfe vor allem junger Familien mit Kindern genügend Bauland zur Verfügung stellt. Beides zugleich zu erreichen und entstehende Flächenkonflikte sozial und ökologisch auszugleichen, ist möglich. Dafür setzte ich mich ein.

Das Gegeneinander von Grün oder Bauland ist leider Ausdruck eines strukturellen Problems in Coswig: Statt auf frühzeitige Partizipation und Einbindung der Bürger zu setzen, werden viele Entscheidungen im Rathaus und Stadtrat an der Stadtgesellschaft vorbei getroffen. Erst wenn Beschlüsse gefasst sind, werden sie der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Das ist der falsche Weg. Besser wäre es - und genau dafür werde ich als Oberbürgermeister kämpfen - mit allen Bürgern einen Dialog zu führen, wie sich Coswig entwickeln soll. Das wurde bisher versäumt. Gute Ideen aus der Bürgerschaft finden so eben zu selten den Weg ins Rathaus.

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Thomas Schubert: Beides ist richtig und wichtig. Coswig muss lebenswert bleiben. Dazu gehört Grün genauso, wie entsprechende Möglichkeiten, den eigenen Wohntraum zu verwirklichen, egal ob zur Miete oder im Eigenheim. Coswig ist grün und wird auch mit mir als Oberbürgermeister eine grüne Stadt bleiben. Ich wünsche mir zum Beispiel viel mehr große Straßenbäume, anstatt pflegeaufwendige Pflanzinseln. Aber wir müssen auch Bauland ausweisen, da Angebot und Nachfrage derzeit nicht im Einklang stehen. Coswig ist ein attraktiver Wohnort mit vollsanierten Kitas und Schulen und hervorragender ÖPNV-Anbindung nach Dresden, Leipzig oder sogar bis nach Brandenburg. Das lockt Bauwillige. Hier gilt es, mit dem Flächennutzungsplan Angebote zu machen, die genehmigungsfähig und vor allem auch umsetzbar sind. Ich bin mir sicher, dass der Stadtrat vernünftige Kompromisse im Sinne von Bauland und Grün finden wird, um Coswigs Entwicklung bis 2030 zu gestalten und nicht zu verhindern. Dazu will ich mit meiner Stimme als OB gern beitragen.