Teilen:

Mehr Komfort im „Stadt Königsbrück“

© René Plaul

Ein Triebwagen der Städtebahn Sachsen ist getauft worden. Nicht nur das neue Design weist in die Zukunft.

Von Frank Oehl

Kamenz. Großer Bahnhof am Mittwoch auf dem Bahnhof Dresden-Klotzsche. Eine ganze Reihe von Bürgermeistern – unter ihnen OB Dirk Hilbert aus Dresden –, Bautzens Landrat Michael Harig (auch als Verkehrsverbund-Chef) und Vertreter der Städtebahn Sachsen weihten feierlichen einen rekonstruierten Triebwagen ein. „Es ist ein besonderer Tag für unsere Fahrgäste und unser Unternehmen“, fasste Torsten Sewerin, Geschäftsführer der Städtebahn Sachsen GmbH, das Ereignis zusammen. Was ist der Grund für diese Euphorie?

Ein Zug namens Königsbrück

1
/
0

Nun, die Städtebahn stellte einen komplett überarbeiteten Triebwagen vor, der nach der obligatorischen Hauptuntersuchung nun also wie neu daher kommt. Nicht nur das Außendesign wurde aufgehübscht, auch die Polsterung im Innenbereich sowie die kreative Tischgestaltung geben dem Zug eine ganz andere Anmutung. Durch das neue Tischdesign können die Fahrgäste nun direkt ablesen, wohin sie die Städtebahn Sachsen überall befördern kann. Außerdem wurden die Sitze ausgetauscht – für deutlich mehr Reisekomfort. Der Zweckverbandsvorsitzender des Verkehrsverbundes Oberelbe erinnerte daran, dass der VVO das Re-Design mit 825 000 Euro unterstützt. „Damit bekennen wir uns zu den regionalen Bahnstrecken und bieten gemeinsam mit der Städtebahn auch in den ländlichen Regionen eine hohe Qualität im Nahverkehr“, so Harig. Schrittweise sollen bis Ende des Jahres alle seit 2010 sich im Einsatz befindlichen Fahrzeuge der Städtebahn aufgefrischt werden.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die sechste Zugtaufe bei der Städtebahn Sachsen auf den Namen „Stadt Königsbrück“, vor allem mit Blick auf die SB33-Linie . „Für uns ist die Anbindung an Dresden sehr wichtig“, sagte Heiko Driesnack, Bürgermeister von Königsbrück. Aus diesem Grund werde die Zugtaufe natürlich besonders positiv aufgenommen – als ein Zeichen in die Region, dass die Städtebahn Sachsen weiterhin als zuverlässiger Partner auf der Strecke zwischen Dresden-Neustadt und Königsbrück unterwegs ist. Schon am Mittwochnachmittag ging das neugestaltete Fahrzeug auf die Schiene und präsentiert als erster Zug die Flotte in ihrem neuen Look. Womöglich kommt er demnächst noch einmal zum Lackierer. Heiko Driesnack hat nämlich angeregt, auch noch das Königsbrücker Stadtwappen aufbringen zu lassen. Und dies sollte kein Problem sein, wie man hörte.

Immerhin waren sich alle Beteiligten einig, dass die Attraktivität des regionalen ÖPNV weiter gesteigert werden muss. In dieser Richtung hatte jüngst auch der Kreistag in Bautzen klare Kante gezeigt. Seine Vertreter in der VVO-Verbandsversammlung sind angehalten, für den Erhalt des Schienenstrangs über Ottendorf-Okrilla hinaus bis Königsbrück einzutreten. Die SB 33 sollte mittelfristig bis Dresden-Hauptbahnhof verlängert werden und bis Ottendorf sogar möglichst im 30-Minuten-Takt fahren. Damit würde man sich den deutlich teureren, immer wieder diskutierte Straßenbahnausbau bis Ottendorf ersparen. Die Taufe des Triebwagens „Stadt Königsbrück“ weist genau in diese Richtung.