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Mehr Lehrer-Bewerber als erwartet

660 Lehrer könnte Sachsen im Februar 2018 einstellen. Es fehlen aber eigene Lehramtsabsolventen.

© Daniel Karmann/dpa

Von Andrea Schawe

Dresden. Lehrer bleiben in Sachsen ein knappes Gut. Das wird sich auch im zweiten Schulhalbjahr nur wenig ändern. Doch zum 1. Februar 2018 können nach Angaben des Kultusministeriums 660 Stellen besetzt werden. Bisher seien etwa 2 000 Bewerbungen eingegangen, sagt Roman Schulz, Sprecher der sächsischen Bildungsagentur. Davon sind 323 Bewerber grundständig ausgebildete Lehrer. Ein Teil von ihnen kommt aus anderen Bundesländern.

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Die Zahlen sind höher als erwartet. Der Grund: Zu diesem Zeitpunkt fehlen dem Freistaat Referendare, um freie Stellen zu besetzen, weil die praktische Lehrerausbildung von einem Jahr auf anderthalb Jahre erhöht wurde. Nur 14 Absolventen beenden jetzt den Vorbereitungsdienst. Viele hier ausgebildete junge Lehrer werden erst im Sommer 2018 zur Verfügung stehen. Sollte die Hälfte in Sachsen bleiben, sind das etwa 500 Lehramtsabsolventen.

Für 150 der derzeit offenen Stellen konnten sich die ausgebildeten Lehrer direkt an der Wunschschule bewerben – sogenannte schulscharfe Stellenausschreibungen. Alle übrigen Stellen können auch von Seiteneinsteigern besetzt werden. Von den 1774 Bewerbern seien 1 400 qualifiziert, um als Lehrer in Betracht zu kommen. 300 Bewerbungen werden noch geprüft, weil zwar ein Hochschulstudium vorhanden sei, das sich aber keiner Fächerkombination zuordnen lasse, sagt Bildungsagentur-Sprecher Roman Schulz.

„Wir gehen davon aus, dass wir alle freien Stellen besetzen können“, kündigt Schulz an. Alle Bewerber mit Lehramtsstudium sollen ein Angebot bekommen. Trotzdem werden wohl nicht alle bleiben: Einige haben sich mehrfach beworben oder das Angebot entspreche nicht den Wünschen der Bewerber. „Unsere Aufgabe ist es, die Bewerbersituation mit dem landesweiten Bedarf in Einklang zu bringen“, sagt Schulz. Viele wollen in den Großstädten arbeiten, Lehrer fehlen vor allem im ländlichen Bereich. Dazu kommt, dass 197 Bewerber ausgebildete Gymnasiallehrer sind, an Grund- und Oberschulen der Bedarf aber am höchsten ist. Außerdem sind die Fächerkombinationen problematisch: Die meisten Bewerber haben einen geisteswissenschaftlichen Abschluss, gebraucht werden allerdings Lehrer für Naturwissenschaften, sagt Schulz. Derzeit würden intensive Rücksprachen, Mailverkehr und Beratungen geführt.

Die Diskussion um eine mögliche Verbeamtung spiele noch keine Rolle, sagt Roman Schulz. Dass Lehrer ihre Bewerbung zurückziehen, komme „nicht in Größenordnungen“ vor.

Schon zum Schuljahresbeginn im August hat Sachsen 1 400 Lehrerstellen besetzt – so viele wie noch nie.