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Mehr Licht für die gefährliche Stelle

Nach SZ-Bericht: Stadt Löbau verbessert die Ausleuchtung der Pestalozzistraße für Schulbusse – und kontrolliert Eltern.

© Stadtverwaltung Löbau

Von Markus van Appeldorn

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Löbau. Die Stadt Löbau hat die Sorge der Schulbusfahrer um die Sicherheit der Kinder ernst genommen und schnell gehandelt. Die Pestalozzistraße ist seit einigen Tagen vor der Pestalozzi-Oberschule nun besser ausgeleuchtet.

In der Ausgabe vom 17. Januar hatte die SZ Löbau über die gefährliche Situation an der Bushaltestelle vor der Schule berichtet. Schulbusfahrer beschrieben die allmorgendliche Situation vor Schulbeginn: Dunkel gekleidete und schlecht sichtbare Schüler kämen beim Überqueren der Straße den von beiden Seiten fahrenden Bussen viel zu nah. Die Busfahrer fürchten um Leib und Leben der Kinder und forderten eine bessere Ausleuchtung der Straße.

Die Stadt hat verstanden: „Entlang der Pestalozzistraße wurden drei alte Lampenköpfe durch komplett neue Technik ersetzt“, teilt Löbaus Pressesprecher Marcus Scholz nun auf SZ-Anfrage mit. Die Stadtwerke hätten das bereits wenige Tage nach dem SZ-Bericht erledigt. Die alten und bereits in die Jahre gekommenen Lampen hatten eine Leistung von 70 Watt. Die neu installierten Leuchten brächten dagegen 100 Watt Leistung auf, heißt es weiter. „Es ist nun also möglich, den Bereich vor der Pestalozzi-Oberschule intensiver zu beleuchten“, sagt Stadtsprecher Scholz. Ebenso begrüße die Stadt die von der Schulleitung der Pestalozzi-Oberschule angekündigte Belehrung aller Schüler über die besondere Gefahren-Situation bei morgendlicher Dunkelheit.

„Diese Belehrung ist bereits erfolgt“, sagt Hartmut Kreutziger, stellvertretender Schulleiter der Pestalozzi-Oberschule. Aber das ist noch längst nicht alles. Die Schulleitung sieht sich veranlasst, sich mit einer weiteren Belehrung an die zu wenden, die nur das Beste für die Kinder wollen: die Eltern. Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren und morgens direkt vor der Schule aus dem Auto lassen, würden nämlich eine weitere Verkehrs- und Gefahrenquelle bilden. „Vor der Schule ist ein Halteverbot und das Schulgelände dürfen Eltern nicht befahren“, sagt Kreutziger. Von der August-Bebel-Straße aus dürfen ohnehin ausschließlich die Busse in die Pestalozzistraße einfahren. In der Gegenrichtung darf man einfahren, muss aber wenden, um wieder hinauszufahren. Nur Busse dürfen am oberen Ende der Pestalozzistraße auf die August-Bebel-Straße abbiegen. Das bekommen die Eltern nun auch schriftlich – von ihren Kindern. „Wir lassen diese Belehrung alle Schüler ins Hausaufgabenheft schreiben und von den Eltern per Unterschrift bestätigen“, sagt Kreutziger.

Weil eine Belehrung zu lesen das eine, ihre Folgen zu spüren aber etwas anderes ist, lässt die Stadt Löbau den Worten auch Taten folgen. „Ab Februar wird das Ordnungsamt hier morgens regelmäßig kontrollieren, ob Eltern widerrechtlich in die Pestalozzistraße fahren“, sagt Kreutziger. Das Ordnungsamt habe die Situation aber bereits jetzt im Auge, wie Stadtsprecher Marcus Scholz mitteilt: „Wie schon oft waren Kräfte des Ordnungsamtes erst am Mittwochmorgen dort vor Ort. Das gehört zu deren alltäglichem Job.“

Insgesamt zufrieden mit der jetzigen Situation ist Alfons Dienel, Chef der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG). Die KVG besorgt den Schulbusbetrieb in Löbau. Am gestrigen Donnerstag ließ er sich von seinen Fahrern bei einer Betriebsversammlung über die Lage berichten. „Auf Höhe der Bushaltestellen ist jetzt ein gutes Licht“, sagt Alfons Dienel. Oben an der Ampel zur August-Bebel-Straße falle es aber auch immer wieder aus.

Diese Ampel sei auch immer noch eine neuralgische Stelle. Viele Eltern, die ihre Kinder zur Schule brächten, würden nicht wie vorgeschrieben wenden, sondern sich an der Ampel vor den Bussen anstellen. „Das nervt die Fahrer“, sagt Dienel. Darunter seien auch Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten an der Pestalozzistraße bringen. Unrechtsbewusstsein oder Verständnis für ihre Situation dürften die Busfahrer dabei in aller Regel nicht erwarten. KVG-Chef Alfons Dienel: „Ein Kollege hat mal einen dieser Autofahrer auf dessen Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Dafür bekam er den Vogel gezeigt und den Stinkefinger zu sehen.“