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Dresden

Mehr Mädchen suchen Schutz

An Dresdner Schulen sind mehr Sozialarbeiter im Einsatz. Das wirkt sich auch auf die Anonyme Mädchenzuflucht aus. 

© Symbolfoto: dpa

In den vergangenen drei Jahren hat das Dresdner Jugendamt massiv in den Aufbau der Schulsozialarbeit investiert. Waren es im Schuljahr 2017/18 noch 53 Stellen in den städtischen Einrichtungen, sind es derzeit 90 Stellen an insgesamt 68 Schulen. Betreut werden derzeit die Schüler an acht Grundschule, an allen 33 Oberschulen und an zwölf Gymnasien. Schulsozialarbeiter bieten Kindern und Jugendlichen Hilfe bei schulischen und außerschulischen Problemen an und vermitteln, wenn nötig, an fachlich geeignete Institutionen. Wie etwa an die Anonyme Mädchenzuflucht, die es seit 1997 in der Landeshauptstadt gibt und die von der Stadt finanziert wird.

Seit 2017 ist die Vermittlung der betroffenen Mädchen über die Schulsozialarbeit deutlich angestiegen. Dieser Weg spielte vorher kaum eine Rolle, macht heute aber gut 20 Prozent aus. Die Hälfte der Mädchen meldet sich von sich aus, 18 Prozent werden über das Jugendamt vermittelt. Die Mädchenzuflucht bietet sechs Plätze in einer Wohnung in Dresden, deren genauer Standort nicht bekannt gegeben wird, um die Mädchen zu schützen. Insgesamt zehn Sozialpädagoginnen – es sind ausschließlich weibliche Mitarbeiterinnen – kümmern sich dort rund um die Uhr um die Zwölf- bis 17-Jährigen. In gut 35 Prozent der Fälle handelt es sich um Beziehungsprobleme, verrät eine Mitarbeiterin, die ebenfalls anonym bleiben will. Vor allem die Mutter-Tochter-Beziehung spiele eine große Rolle.

Die offizielle Anlaufstelle der Mädchenzuflucht befindet sich im Erdgeschoss des Hochhauses in der Grunaer Straße 12. Hier können sich auch Eltern nach ihrem Kind erkundigen, das in der Zuflucht Schutz gesucht hat. Die Arbeit mit den Eltern ist allerdings Aufgabe des Jugendamtes. In der Regel bleiben die Mädchen zwei Monate in der Unterkunft, dann wird entschieden, ob sie in ihre Familie zurückkehren oder in eine Jugendwohngruppe umziehen.