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Sachsen

Mehr Medizinstudenten als Landärzte

Außerhalb der Großstädte fehlen in Sachsen Hausärzte. Damit sich das ändert, werden die Studienbedingungen geändert.

Studierende sollen künftig den Ärztemangel in ländlichen Regionen abfedern.
Studierende sollen künftig den Ärztemangel in ländlichen Regionen abfedern. © Symbolfoto: dpa/Tom Weller

Dresden. Sachsen muss die medizinische Versorgung außerhalb der Großstädte sichern. Damit in Zukunft mehr junge Mediziner als Hausarzt im ländlichen Raum arbeiten, plant Sachsen eine Landarztquote für Humanmedizin. Dafür hat Sachsens Regierung nun ein Landarztgesetz vorgelegt, das im Landtag beraten wird. Auf die Landarztquote hatten sich die CDU, Grüne und SPD im Koalitionsvertrag verständigt.

Mit dieser Quote wird ein Sonderkontingent von jährlich über 30 Studienplätzen für Humanmedizin bereitgestellt. Diese Plätze werden ohne den für den Medizin-Studiengang nötigen Numerus clausus vergeben. Wer sich dafür einschreibt, verpflichtet sich nach der Ausbildung mindestens zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt außerhalb der Großstädte zu arbeiten. „Mit dem Landarztgesetz schaffen wir Perspektiven für die Zukunft junger Ärztinnen und Ärzte im ländlichen Raum“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). „Wir erhoffen uns hiervon entscheidende Impulse für die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land.“

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255 unbesetzte Hausarztstellen

Nach Angaben des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Sachsen herrscht derzeit in drei der 48 Planungsbereiche bereits eine Unterversorgung bei den Hausärzten: in Reichenbach, Stollberg und Torgau. In 31 weiteren Regionen droht eine Unterversorgung bei den Allgemeinmedizinern. Im April dieses Jahres neu hinzugekommen sind unter anderem Dippoldiswalde, Großenhain, Hoyerswerda, Kamenz, Meißen und Riesa. In Freital, Görlitz, Löbau, Niesky und Weißwasser werden schon seit mehreren Jahren Hausärzte gesucht.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es 255 unbesetzte Hausarztstellen in Sachsen. Die Lage wird sich in Zukunft noch verschärfen: Von den etwa 2.600 in der hausärztlichen Versorgung tätigen Ärzten sind elf Prozent älter als 65 Jahre, 28 Prozent sind 60 Jahre und älter. „Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Ärzte in den nächsten fünf bis sieben Jahren aus dem Dienst ausscheiden wird, heißt es.

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