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Mehr Menschen sexuell belästigt

Die Fälle derartiger Nötigungen steigen von null auf zwölf. In anderen Bereichen hat sich die Lage entspannt.

© dpa

Von Marcus Herrmann

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Meißen. Seinen alljährlichen Bericht über die Entwicklung der Kriminalität in der Domstadt trug unlängst Meißens Polizeidirektor Hanjo Protze den Stadträten vor. Insgesamt, so der Revierleiter, zahle sich die Präsenz einer 24 Stunden besetzten Polizeiwache in Meißen aus und steigere das Sicherheitsgefühl der Bewohner. Er werde sich weiter dafür stark machen, dass das so bleibt. „Meißen benötigt und verdient aufgrund seiner Bevölkerungsdichte und sozialen Zusammensetzung ein eigenes Revier.“ Bei dem Pflichttermin im Rathaus verglich Protze unter anderem Aufklärungsquoten in Meißen und unweit gelegenen Städten und äußerte sich zur Prävention von Wohnungseinbrüchen. Die SZ fasst die wichtigsten Entwicklungen zusammen.

Weniger angezeigte Straftaten. Schwerpunkt bei Betäubungsmitteln.

Exakt 2 147 Straftaten sind im vergangenen Jahr bei der Meißner Polizei angezeigt worden. Das sind 250 Fälle weniger als 2016, sagte Protze. Abgenommen habe auch die Zahl der Diebstähle. Hier habe die Meißner Polizei mit 100 Fällen 25 Prozent weniger Diebstähle bearbeiten müssen als noch ein Jahr zuvor. Als Vergleich führte Protze auch andere Städte im Zuständigkeitsbereich der Meißner Polizei auf. So gab es in Radebeul lediglich 39 und in Coswig zwölf angezeigte Diebstähle. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit lege die Polizei auf die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität, sagte Protze. Trotz verstärkter Kontrollen seien mit 100 angezeigten Fällen 20 weniger verzeichnet worden als im Vorjahr. In diesem Zusammenhang lobte der Polizeichef den vor vielen Jahren in Meißen gegründeten Präventionsrat für Drogenkriminalität. „Von den in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Fördermitteln des Freistaats, können wir uns für die weitere erfolgreiche Arbeit hoffentlich etwas abholen“, so Protze weiter.

Zwei Drittel aller Straftaten aufgeklärt. Wohnungseinbrüche alarmierend.

Nochmals etwas höher als 2016 lag im letzten Jahr die Aufklärungsquote. Demnach konnten 66,3 Prozent aller in Meißen angezeigten Straftaten aufgeklärt werden. Hier liegt Meißen deutlich besser als Radebeul (57,9 Prozent) oder Großenhain (60,4 Prozent). Noch besser steht in der Region nur Riesa da mit knapp über 70 Prozent. Bei aller Freude über die gute Aufklärungsarbeit bereitet Protze die Statistik zu Wohnungseinbrüchen Sorge. Denn mit 35 gab es hier zehn mehr als noch im Jahr 2016, gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 20 auf 28 Prozent.

„Wir versuchen mit einer sehr intensiven Tatortarbeit in 100 Prozent der Fälle, Spuren zu sichern, um nach der Auswertung Tätern habhaft zu werden und auch reisende Tätergruppierungen im Ausland bekannt zu machen“, sagte Hanjo Protze. Am 1. November 2018, kündigte er an, werde die Polizei mit einem Infomobil auf dem Meißner Marktplatz sein und über Präventionsmaßnahmen gegen Wohnungseinbrüche informieren. Um 17.30 Uhr werde an diesem Tag außerdem ein offener Vortrag für die Öffentlichkeit zur Thematik Eigentumsschutz im Ratssaal durchgeführt.

Mehr Körperverletzungen. Sexuelle Belästigung wieder Thema.

Nach einem sehr ruhigen Jahr 2016 mit keinem einzigen Fall, wurden der Polizei Meißen laut der Kriminalitätsstatistik 2017 zwölf Fälle von sexueller Belästigung gemeldet. Drei von vieren konnte die Polizei aufklären. Zu der deutlichen Zunahme wurde im Stadtrat jedoch nichts gesagt oder nachgefragt.

Um 42 Fälle auf insgesamt 239 ist die Zahl der Körperverletzungen per Jahresfrist gestiegen. Wie schon im Vorjahr lag die Aufklärungsquote in diesem Bereich jedoch fast bei 90 Prozent.

Schmierfinken auf dem Rückzug. Graffiti-Delikte nehmen deutlich ab.

Nur 30 illegale Graffiti wurden 2017 angezeigt. Damit ging die Zahl im Vorjahresvergleich deutlich zurück. Denn 2016 waren es noch 104 Fälle. „Hier wollen wir auch in Zukunft vehement gegen Verstöße vorgehen“, so Protze. Was den Ausländeranteil bei den Straftaten betrifft, konnte Protze zurückgehende Zahlen vermelden. 2017 gingen 16,9 Prozent aller Straftaten auf das Konto von Nichtdeutschen. Das entspricht einem Rückgang von knapp 2,5 Prozent. Jedoch gehört auch zur Wahrheit, so Protze, dass diese Zahl bei einem Ausländeranteil von nur etwa 5 Prozent dennoch relativ hoch sei. Wie im Vorjahr kam es in der Stadt Meißen zu einem Fall von Mord bzw. Totschlag. Er wurde aufgeklärt.