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Sachsen

Mehr Mitglieder bei Grünen und AfD

Den Parteien laufen die Mitglieder weg? Von wegen. In Sachsen zählen die AfD und die Grünen neue Mitgliederrekorde - und selbst die SPD hat Positives zu berichten.

© dpa

Grüne und AfD in Sachsen sind im Landtagswahljahr auch beim Mitgliederzuwachs als Gewinner hervorgegangen. Beide Parteien zählten Ende 2019 mehrere hundert Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. CDU und Linke verloren unterm Strich weiter Mitglieder, jedoch weniger stark als zuvor. Auch die SPD verzeichnete nach vier Jahren mit Mitgliederzuwachs erstmals wieder einen leichten Rückgang.

Demnach hatten die Christdemokraten nach eigenen Angaben Ende November noch 10 328 Mitglieder, 16 weniger als Ende 2018. 425 Neumitgliedern standen 399 Austritte gegenüber, 114 Mitglieder waren gestorben. Dazu kamen Schwankungen durch weg- und zugezogene Parteimitglieder.

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Der Landtagswahlkampf habe eine deutlichen Steigerung der Aufnahmeanträge bewirkt, sagte der Sprecher des Landesverbandes. Allein seit dem Wahltag Anfang September bis Ende November habe es mehr als 150 Eintritte gegeben. Vor zehn Jahren hatte die CDU in Sachsen noch fast 13.000 Mitglieder.

Die Linken kommen als zweitstärkste Partei in Sachsen auf noch 7.711 Mitglieder. Das entspricht einem Minus von 277. "Wir haben nach wie vor einen nicht unerheblichen demografischen Faktor, der jedoch leicht abnimmt", sagte der Sprecher des Landesverbandes, Tilman Loos. Rund 300 Mitglieder traten in den vergangenen 12 Monaten aus, gut 250 weitere starben. Dafür traten jüngere ein: In den vergangenen zehn Jahren sei das Durchschnittsalter der Parteimitglieder um 4,4 Jahre gesunken und liege nun bei 63,8 Jahren.

Nach vier Jahren mit Mitgliederzuwachs verzeichnete auch die SPD 2019 erstmals wieder einen leichten Rückgang. Den Angaben zufolge wurden Ende 2019 gut 4900 Mitglieder gezählt. Zwölf Monate zuvor waren es etwa 80 mehr. Generalsekretär Henning Homann verwies jedoch darauf, dass die Partei in den vergangenen zehn Jahren unterm Strich zugelegt habe. 2010 gab es in Sachsen noch rund 4300 Sozialdemokraten, also 600 weniger als heute - "eine insgesamt sehr erfreuliche Mitgliederentwicklung", sagte Homann. Vor allem in Jahren mit Bundestagswahl kämen neue Mitglieder.

Die Grünen gehörten dagegen zu den Gewinnern des vergangenen Jahres. "Wir haben einen Mitgliederrekord aufgestellt", sagte Landesvorstandssprecher Norman Volger. Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Mitglieder binnen eine Jahres bis Ende 2019 von fast 2000 auf rund 2660. Es gebe in Sachsen so viele Grüne wie nie zuvor. "Konstant durch das Jahr hinweg sind Menschen in unsere Partei eingetreten und das in Stadt und Land."

Mit rund 2.600 Mitgliedern liegt die AfD fast gleichauf. Auch sie hat zugelegt - nach eigenen Angaben um etwa 300 Mitglieder. Mit 75 weiteren Antragstellern müssten noch Aufnahmegespräche geführt werden, hieß es. Landesgeschäftsführer Carsten Hütter rechnet mit weiterem Zuwachs. "Es gibt viele Menschen, die mit der aktuellen Politik unzufrieden sind", sagte er.

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Die FDP in Sachsen, die bei der Landtagswahl schon zum zweiten Mal nacheinander den Einzug in der Landtag verpasst hat, zählt eigenen Angaben zufolge 2.170 Mitglieder. Das waren rund 70 mehr als zu Jahresanfang. "Damit konnten wir im Jahr 2019 einen weiteren Zuwachs verzeichnen", sagte Generalsekretär Robert Malorny. Die Freien Demokraten in Sachsen seien damit nach wie vor der stärkste Landesverband der ostdeutschen Flächenländer. Zwar hätten die Liberalen den Einzug in den Landtag erneut verfehlt. Sie stünden aber in den Kommunen gut da. (dpa)

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