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Dresden

Mehr Platz auf dem Arbeitsmarkt

Ein neues Projekt der Stadt soll Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen und gleichzeitig das Miteinander im Viertel stärken. 

Ob bei Spaziergängen mit Senioren oder beim Betreuen des Wiesencafé, Simone Dutschmann geht als Quartierassistentin voll. © René Meinig

Viele Jahre war Simone Dutschmann arbeitslos. Mit jedem zusätzlichen Jahr sank ihre Zuversicht, jemals wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. „Irgendwann habe ich mir gedacht, was soll ich mich überhaupt noch bewerben, wenn ich so alt bin?“ So wie der 60-Jährigen geht es vielen Langzeitarbeitslosen. Anfang des Jahres zählte die Arbeitsagentur allein in Dresden über 5 500. Um diese Menschen wieder ins Arbeitsleben zu integrieren, sind pfiffige Ideen gefragt. Die Stadt Dresden testet nun ein bundesweit wohl einzigartiges Projekt, um sich auch diesem Problem anzunehmen.

„Mit den Quartierassistenten schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir bringen Menschen in Arbeit und verbessern das Miteinander im Wohnquartier“, stellte Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) die Idee dahinter vor. Sieben solcher Stellen gibt es bereits, 85 weitere Bewerbungen verschiedener Einrichtungen seien bereits eingegangen. Ausreichend Geld sei dafür da, und man freue sich auf weitere Bewerbungen von gemeinnützigen Trägern. Im Idealfall sollen dadurch 300 neue Stellen entstehen.

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Für Dutschmann ist dieses Konzept zumindest vorerst aufgegangen. Die Dresdnerin suchte sich – wenn es denn auf dem Arbeitsmarkt schon nicht klappte – eine andere sinnstiftende Beschäftigung und begann, sich ehrenamtlich im Begegnungszentrum Johann, einem Treffpunkt für Senioren, zu engagieren. Ihre liebevolle Art, mit den Senioren umzugehen, führte dazu, dass sie erst einen 450-Euro-Job angeboten bekam. Im Mai wurde sie dann die allererste Quartierassistentin. „Genau darin sehen wir auch das Potenzial. Es gibt damit eine Möglichkeit, Ehrenamt oder niedrigschwellige Tätigkeiten in eine richtige Beschäftigung umzuwandeln“, hob Kaufmann hervor.

Mittlerweile ist Dutschmann in ihrem Job voll aufgegangen. „Ich kann wirklich sagen, die Leute hier lieben mich.“ Der gute Draht zur Nachbarschaft kam erst durch die Beschäftigung im Begegnungszentrum und trifft den Kern des Projekts: Nachbarschaft und Quartiersassistenten sollen gegenseitig voneinander profitieren. „Am besten noch bis zur Rente“, hofft Dutschmann. Eine vollständige Finanzierung ist nämlich nur für die ersten beiden Jahre der Beschäftigung gesichert. Doch Kaufmann zeigte sich zuversichtlich, dass Weiterbeschäftigungen auch danach möglich seien.

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