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Mehr Platz für Hund, Katze und Co.

Freitals Tierheim muss immer mehr Tiere aufnehmen. Darauf will der Betreiber reagieren. Doch es gibt ein Problem.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

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Freital. Gerade sind drei neue Bewohner eingetroffen. Die Stubentiger wurden in Freital eingefangen und sitzen in Katzenfallen. Die kleine Schwarze mit dem weißen Brustlatz mauzt bitterlich, die Tigerkatze neben ihr guckt verängstigt und das dunkelbraune Fellknäuel in Falle Nummer drei drückt sich in die hinterste Ecke. „So ist der Alltag in unserem Tierheim, hier ist fast immer etwas los“, sagt Regina Barthel-Marr. Sie ist die Vorsitzende des Freitaler Tierschutzvereins, der das Heim auf dem Windberg betreibt. Und dessen acht Mitarbeiter hatten im vergangenen Jahr viel zu tun.

Insgesamt kamen 129 Hunde ins Tierheim – sie wurden gefunden, eingewiesen oder vom Besitzer abgegeben. 33 Hunde sind inzwischen wieder bei ihren Herrchen, 65 weitere Tiere konnten an neue Besitzer vermittelt werden. Dazu kamen auch 274 Katzen. 168 davon fanden neue Besitzer und 21 Streuner landeten wieder in ihrem angestammten Zuhause. Auch mussten sich die Mitarbeiter um 80 Kleintiere kümmern – Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen. Hier konnten 62 vermittelt werden, zwei gingen an die Besitzer zurück. Die traurige Seite ist aber auch, dass insgesamt 31 Hunde, Katzen und Kleintiere im Heim verstarben – aufgrund von Krankheiten, Schwäche oder Alter.

Die gesamte Bewirtschaftung des Heimes wird ausschließlich aus Sponsoring, Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Dazu kommen dann die Erlöse aus der Unterbringung der Tiere, die von den Kommunen gezahlt werden, in denen die Streuner aufgegriffen wurden. Und das werden immer mehr.

Deshalb steckt das Heim mitten im Umbruch. „Der Platzbedarf wird größer und wir haben erheblichen Sanierungsstau“, sagt Regina Barthel-Marr. Die derzeitigen Bedingungen seien für Mitarbeiter und Tiere alles andere als optimal und entsprächen oft nicht mehr den Vorschriften. So wurde 2017 als erstes das Obergeschoss neu gestaltet. Dort ist die Quarantäne für Kleintiere untergebracht. Katzen, Kaninchen, Hundewelpen – jeder Neuzugang wird zur Beobachtung und Untersuchung zunächst hier einquartiert. Auch eventuelle Krankheiten werden in der Quarantäne auskuriert. „Wir hatten enge Katzenboxen auf dem Fußboden stehen, da kamen die Tiere rein.“

Nun gibt es festinstallierte und teils beheizbare Gitterboxen mit mehr Bewegungsfreiheit. Der Waschraum für die Katzentoiletten ist renoviert, nebenan gibt es eine neue Futterküche und ein neues Tierarztzimmer. Die Maler-, Klempner- und Installationsarbeiten kosteten 55 000 Euro. Der Umbau im Tierheim ist damit längst nicht beendet: Im Erdgeschoss muss ebenfalls gehandelt werden. Das Hundebad ist völlig veraltet, die Futterküche renovierungsbedürftig. Das größte Problem aber ist die zu kleine Außen-Quarantäne. „Wir können maximal drei Neuankömmlinge aufnehmen“, sagt die Tierschützerin. Werden mehr Hunde eingeliefert, müssen die Mitarbeiter im Haus irgendwie Platz schaffen. Bei der Vereinsführung liebäugelt man daher mit mehr Zwingern im Freien.

Allerdings setzt das Baurecht Grenzen. Das Haus auf dem Windberg liegt im Außenbereich und dazu noch in einem Landschaftsschutzgebiet. Bauen und Erweitern ist nur unter strengsten Auflagen möglich – wenn überhaupt. Der Verein sammelt nun Ideen und steht mit den Behörden in Verbindung. Barthel-Marr: „Uns geht es darum, für die Tiere bestmögliche Bedingungen und eine artgerechte Unterbringung zu schaffen.“