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Mehr Respekt für Einsatzkräfte

Auf seinem Neujahrsempfang sagt Michael Geisler Pöbeleien den Kampf an. Und er hat eine Forderung an die Staatsregierung.

© Marko Förster

Von Domokos Szabó

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Pirna. Ein zunehmend rüder Umgang insbesondere in den sozialen Medien macht dem Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) Sorgen. „Da macht sich eine gewisse Respektlosigkeit breit“, sagte er bei seinem Neujahrsempfang auf Schloss Sonnenstein. „Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen?“, fragte er ins Publikum und gab selbst die Antwort, indem er ein gemeinsames Vorgehen gegen Pöbeleien forderte. Insbesondere hatte der Landrat Einsatzkräfte im Blick. Immer wieder sind Rettungssanitäter, Angehörige des Technischen Hilfswerks und Feuerwehrleute Verbalattacken ausgesetzt.

Im vergangenen Jahr machten etwa Feuerwehrleute einen Fall bekannt, nachdem sie bei der Beseitigung einer Ölspur in Langenhennersdorf massiv beschimpft worden sind. Geisler dagegen lobte alle Hilfskräfte, die zum Beispiel in den vergangenen Tagen nach Sturm Friederike oder bei der Bombenentschärfung in Pirna im Einsatz waren. Er sei stolz und dankbar, dass es sie gibt.

In seiner Ansprache vor rund 120 Gästen – darunter Kreisräte, Bürgermeister, Vertreter aus Vereinen und Verbänden sowie Unternehmer – streifte Geisler eine Reihe von Themen. So ging es um das zehnjährige Bestehen des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in diesem Jahr. Im August 2008 sind der Weißeritzkreis und der Landkreis Sächsische Schweiz in der neuen, größeren Einheit aufgegangen. Rückblickend würdigte der Landrat Investitionen der letzten zehn Jahre: „Ich denke da zum Beispiel an die Sanierung des Schlosses Sonnenstein, die Wiederinbetriebnahme der Weißeritztalbahn, an Schulbauten oder Straßenbauprojekte. Der Baubeginn der Südumfahrung Pirna, die nun auf einem guten Weg ist.“

Bis Letztere 2022 fertig wird, sollte man sich allerdings auf hinreichend die Folgen vorbereiten. Denn die Entlastung für Pirnas Innenstadt wird nicht der einzige Effekt sein. Über die neue Straße werden auch weitere Blechlawinen in die Sächsische Schweiz rollen.

Ferner sprach der Landrat die angespannte finanzielle Situation des Landkreises an. Während sich die Kostenschraube weiter dreht, sei es für das Landratsamt kaum möglich, neue Einnahmen zu erzielen. Daher dürfe die Landesregierung die Kommunen nicht hängen lassen. „Wir erwarten von ihr, dass sie uns, die Städte, die Gemeinden und auch die Landkreise unterstützt“, sagte Geisler.

Bemerkenswert: Von sechs Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis folgte allein der Pirnaer Lutz Richter (Die Linke) der Einladung des Landrates. Die Bundestagsabgeordnete Frauke Petry (Blaue Partei) wollte ursprünglich mit einem Fernsehteam kommen – hat aber am Ende abgesagt.