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Mehr Sicherheit für die Johannstädter

Heute geht die Rettungswache an der Gerokstraße in Betrieb. Der Bau hat durch einen Bombenfund eine brisante Vorgeschichte.

© Christian Juppe

Von Tobias Hoeflich

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Noch wirken die Räume und Gänge in der neuen Rettungswache etwas steril. Ein paar Pflanzen kämen ja vielleicht dazu, erklärt der künftige Leiter, Jens Haase, während er durch den noch einsamen Gang schlendert. „Es sind eben alles Zweckräume.“ Dennoch lobt Haase den Bau in höchsten Tönen: Die Rahmenbedingungen für die 50 Mitarbeiter, die hier künftig arbeiten, seien ideal. „Das ist schon ein höheres Niveau als in manch‘ anderer Einrichtung. Das wird die Leute motivieren.“

Bei den Bauarbeiten wurde 2013 dieser Blindgänger gefunden. Etwa 5000 Anwohner wurden evakuiert. © Roland Halkasch

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit ist die neue Wache an der Gerokstraße am Freitag an den künftigen Betreiber, das Deutsche Rote Kreuz, übergeben worden. „Wir haben 3,8 Millionen Euro in den Neubau investiert. Zeit- und Kostenplan sind eingehalten worden“, erklärte der Zweite Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) kurz vor der symbolischen Übergabe des Schlüssels. 3,6 Millionen Euro wurden für die Planung und den Bau ausgegeben, 200 000 für die Ausstattung. Mit der neuen Wache verbessere sich die Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes in Dresden weiter. Schließlich wird derzeit auch in der Großenhainer Straße in Pieschen eine neue Wache gebaut. Im Frühjahr soll zudem der Grundstein für eine neue Feuer- und Rettungswache in der Boltenhagener Straße in Klotzsche gelegt werden, kündigte Sittel an.

Folgt nun Ausbau der Gerokstraße?

Dass die Arbeiten im Zeitplan blieben, verdankt die Stadt auch dem Einsatz der Baufirmen. Die mussten im September 2013 eine Zwangspause einlegen, als auf dem Areal eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde. Ein Arbeiter hievte sie beim Baggern auf die Schaufel seines Fahrzeuges. 5 000 Menschen im Umkreis von rund 400 Metern mussten deshalb ihre Häuser verlassen, ehe der Blindgänger in den Morgenstunden des Folgetages von Kampfmittelbeseitigern entschärft werden konnte.

Als Konsequenz mussten die Pläne für das Fundament überarbeitet werden, um weitere Bombenfunde auszuschließen. Statt nur für die Seitenfundamente wurde der Boden in der gesamten Fläche ausgehoben. Um die Verzögerungen wieder aufzuholen, waren die Bauarbeiter auch an mehreren Sonnabenden tätig. „Der Kollege im Bagger hat Glück gehabt“, sagte Bauleiter Reinhard Kleinert der SZ damals bei einem Vor-Ort-Termin. „Das Ding hätte auch hochgehen können.“

Mit dem Neubau an der Gerokstraße wird eine große Lücke im Versorgungsnetz geschlossen. Bisher rückten Rettungswagen für Einsätze rund um die Johannstadt aus den Wachen in Striesen und der Altstadt aus. Mit den zwei Rettungs- und elf Krankentransportwagen, die künftig an der Gerokstraße stationiert sind, verkürzt sich die Einsatzzeit im Ernstfall um möglicherweise entscheidende Minuten.

„Die Lage der neuen Wache zwischen dem Josephstift, der Uniklinik und dem Diakonissenkrankenhaus ist natürlich ideal“, lobt Haase, der zuvor die Wache in der Klingerstraße in Übigau geleitet hat. Die neue Wache wird neben der Johannstadt auch für Teile von Blasewitz und der Altstadt zuständig sein.

Parallel zur Übergabe der neuen Rettungswache mahnt die Dresdner FDP an, nun auch schnellstmöglich die holprige Gerokstraße zu erneuern. Die Fahrbahn befinde sich in einem katastrophalen Zustand. „Schon lange wird über die dringend notwendige Sanierung der Straße gesprochen. Eine Instandsetzung parallel zur Schaffung der Rettungswache wäre sinnvoll gewesen“, erklärt der Altstädter FDP-Ortsbeirat Marko Beger. Er fordert die Verwaltung daher auf, Bürger und Ortsbeiräte bis zum Frühjahr über den Stand der Planungen zu informieren.

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