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Mehr Sicherheit für Gröditzer Asylbewerber

Das unbefugte Eindringen von rechten Jugendlichen in das Flüchtlingsheim alarmiert das Innenministerium.

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Von Jens Ostrowski

Gröditz. Wegen des Überfalls mehrerer junger Männer auf das Gröditzer Asylbewerberheim wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Flüchtlinge erweitert. Das teilte das sächsische Innenministerium jetzt auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi mit. Demnach werde das Asylbewerberheim nun durch Beamte des Polizeireviers Riesa zu unregelmäßigen Zeiten bestreift. Zusätzlich stehe der zuständige Bürgerpolizist in engem Kontakt zu den Heimverantwortlichen und -bewohnern. Mit ihnen seien Erreichbarkeiten, Meldeketten und Handlungsabläufe für den Notfall besprochen worden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Tatverdächtige ermittelt

Weiter heißt es, es seien bereits mehrere Tatverdächtige ermittelt worden, gegen die jetzt unter anderem wegen Volksverhetzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Nötigung ermittelt werde. „Bei den ermittelten Tatverdächtigen wird ein rechtsextremer Hintergrund vermutet“, schreibt Innenminister Markus Ulbig.

Die Gröditzer Bürger sollen zudem durch bereits durchgeführte und künftig noch geplante Veranstaltungen zum Thema Asylbewerber sensibilisiert werden, um eine willkommenheißende Haltung gegenüber den Menschen zu bestärken, heißt es weiter in den Schreiben.

Eine 60-jährige Nachbarin hatte Anfang März mehrere rechte Jugendliche in die Flucht geschlagen, die sich mit Knüppeln Zutritt in die Flüchtlings-Unterkunft verschafft hatten. Sie war nachts um zwei Uhr von lauten Stimmen wach geworden, beobachtete anschließend, dass mehrere Jugendliche mit Knüppeln und Kapuzen das Asylbewerberheim betraten. Durch laute Rufe konnte sie die Eindringlinge schließlich in die Flucht schlagen.