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Mehr Spaß mit dem Wasserwerfer

Der Preis eines WM-Tippspiels sorgt für mächtig Wirbel auf der Facebook-Seite der sächsischen Polizei. Die gibt sich erst trotzig – und lenkt dann doch ein.

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© dpa

Von Marco Henkel

Damit hat die sächsische Polizei wohl ein klassisches Eigentor geschossen. Als „Verdächtig gutes Tippspiel“ bewarben die Ordnungshüter auf Facebook seit Donnerstag ein Gewinnspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Eigentlich eine sympathische Idee, möchte man meinen. Mit einem Tippspiel kann man eigentlich wenig falsch machen. Eigentlich. Denn bei der Auswahl des Hauptgewinns zeigte man nicht das glücklichste Händchen.

Anstatt für Ball oder Trikot entschied man sich, eine Rundfahrt in einem Wasserwerfer als Preis auszuloben. Keine allzu glückliche Entscheidung, wie die Reaktionen im Internet zeigten. „Angesichts der Proteste in Brasilien finde ich es ehrlich gesagt makaber. Widerlich“, schrieb ein Nutzer und traf damit die Meinung vieler. „Wann kommt der Schnupperkurs ,Pfefferspray‘?“, spottete ein anderer. „Schützt euch selbst vor dem absehbaren Shitstorm und storniert dieses zynische Gewinnspiel“, forderte ein dritter Nutzer.

Bei der sächsischen Bereitschaftspolizei in Leipzig, die die Wasserwerfer-Rundfahrt als Preis ausgesucht hat, nahm man die Aufregung zunächst gelassen. „Mit so viel Resonanz, besonders so viel negativer, haben wir nicht gerechnet“, sagt ein Sprecher auf Nachfrage der SZ. „Wir wollten einfach mal etwas anderes verlosen als eine Tasse und außerdem interessierten Leuten die Möglichkeit geben, unsere Technik kennenzulernen.“

Einen Grund, das Tippspiel zurückzuziehen, sah man zunächst nicht, wertete die Aufregung sogar als Erfolg und freute sich über die zusätzliche Aufmerksamkeit für die Facebook-Seite, auf der die Polizei um Nachwuchs wirbt.

Am Abend dann die Kehrtwende: Das Gewinnspiel wurde abgebrochen. Nun soll ein anderer Preis ausgelost werden.