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Haus für Schwalbe, Biene und Fledermaus

Ein aufgegebenes Trafohaus soll künftig für Tiere verschiedener Art als Rückzugsort dienen. Wer einzieht, muss sich noch zeigen.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Maltitz. Es ist eine grüne Oase inmitten von weitreichenden Ackerflächen: der kleine Ort Maltitz. Mitten im Dörfchen liegt, umgeben von Bäumen und Sträuchern, idyllisch ein kleiner Teich, der Fischen, Insekten und vielen Vögeln einen beinahe ungestörten Lebensraum bietet. Wie wichtig es ist, genau diese Idylle inmitten eines intensiv bewirtschafteten Agrargebietes für die tierischen Bewohner zu erhalten, weiß Frank Ende. Der engagierte Naturschützer ist Vorstandsmitglied der Nabu-Gruppe Lößhügelland.

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Vor allem in diesem Landstrich, in dem die Agrarwirtschaft einen Großteil der Landschaft einnehme, gelte es die Lebensräume von Flora und Fauna besonders zu schützen. „Das derzeit viel thematisierte Insektensterben zeigt, wie wichtig solche Orte sind. Denn es wird damit auch eine verheerende Kette in Gang gesetzt: Gibt es nicht genug Insekten, sind auch die Vögel in Gefahr“, macht er deutlich. Den vergangenen Sonnabendvormittag nutzte er deshalb dafür, die grüne Insel in Maltitz für die tierischen Bewohner noch attraktiver zu gestalten und vielleicht sogar neue Bewohner anzulocken.

Wie an anderen sächsischen Standorten auch, wurde dem Naturschutzverein ein von der Envia aufgegebenes Trafo-Haus übergeben. Dort, wo früher Strom verteilt und weitergeleitet wurde, sollen künftig möglichst viele Tierarten einen ungestörten Rückzugsort finden können. Dafür hat das Energieunternehmen zusätzlich verschiedene Vogel- und Fledermauskästen sowie Insektenhotels spendiert. Diese brachten Ende und sein Unterstützer Enrico Sauer in dem leerstehenden Gebäude an. „Jede Vogelart hat andere Ansprüche an ihre Nistmöglichkeit. Daher sehen die Vogelnistkästen für Schwalben, Spatzen und Rotkehlchen auch vollkommen verschieden aus. Obwohl wir noch nicht wissen, ob und welche Vogel- und Fledermausarten hier leben, bringen wir hier zunächst alle Kästen an“, erklärt Frank Ende. Für die Fledermäuse, deren Kästen im Inneren des Turmes befestigt werden, wurde ein ehemaliger Belüftungsschlitz als Einflugsschneise geöffnet. Es werde sicher mindestens ein Jahr dauern, ehe genau eingeschätzt werden kann, ob die neuen Eigenheime angenommen und genutzt werden, so Ende. Bisher habe der Nabu recht gute Erfolge erzielen können. Sogar Eulen und Turmfalken konnten schon in ehemaligen Trafohäusern beobachtet werden.