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Mehrheit will autofreie Augustusbrücke

Nach über 100 Jahren soll die Elbquerung ab 2016 saniert werden. Die Stadt Dresden hat einen besonderen Plan.

© Sven Ellger

Von Peter Hilbert

Sandsteine bröckeln, Aussichtsplattformen sind gesperrt. Dresdens traditionsreichste Brücke ist in die Jahre gekommen. 1910 war der nach historischem Vorbild errichtete Neubau übergeben worden. Umfassend saniert hat die Stadt das Bauwerk noch nie. Das soll ab Ende 2016 geschehen und zwei Jahr dauern.

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Während der Instandsetzung soll die Brücke sowohl für Straßenbahnen als auch für Autos gesperrt werden. „Bei rund 6.000 Fahrzeugen täglich ist das möglich“, hatte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz erläutert, als er den Plan vorstellte. Mit der benachbarten Marien- und der Carolabrücke würde es gute Umleitungen geben. Fußgänger dürften auch während der Bauzeit über die Brücke.

Sie soll aber auch nach der Sanierung für Autos, außer für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei, gesperrt bleiben, stellte Koettnitz klar.

Diesen Plan unterstützt eine Mehrheit der Dresdner. Das ergab eine nicht repräsentative Telefonbefragung der Sächsischen Zeitung. 582 Bürger hatten sich dabei positioniert. 318 von ihnen, dies entspricht 55 Prozent, finden die Idee einer autofreien Brücke gut. 215 Teilnehmer (37 Prozent) lehnen den Plan ab. Der Rest von acht Prozent zeigte sich unentschlossen.

Straßenbahnen werden aber auch künftig über diese Altstädter Elbquerung fahren. Der Abstand der neuen Gleise soll auf drei Meter vergrößert werden. Damit wird es möglich, größere Stadtbahnwagen auf dieser Strecke einzusetzen. Koettnitz verwies dabei auf einen Stadtratsbeschluss von 2007 zur verkehrsberuhigten Innenstadt, der bereits teilweise umgesetzt ist. Als Beispiel führte er das Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde auf der Wilsdruffer Straße an. Die Waldschlößchenbrücke ist jetzt fertig. Mitte 2016 soll auch die Albertbrücke saniert und verbreitert sein. Damit sieht er die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Augustusbrücke für den Kfz-Verkehr sperren zu können.

Die Grünen hatten in diesem Frühjahr einen entsprechenden Antrag gestellt.