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Leben und Stil

Mein Kind beklaut mich

Wenn plötzlich Geld fehlt, gibt es einen schlimmen Verdacht. Wie geht man damit um?

© Monika Skolimowska/dpa

Komisch. Gestern Abend waren doch noch zwei Scheine im Portemonnaie. Und heute früh ist keiner mehr drin. Es ist wie ein Stich ins Herz, wenn sich herausstellt, dass das Kind heimlich Mamas oder Papas Geldbörse oder die elterliche Familienkasse geplündert hat.

„Egal wie alt das Kind ist, wenn es die Eltern bestiehlt, ist das ein Vertrauensmissbrauch und tut unheimlich weh“, bestätigt Ulric Ritzer-Sachs von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Und darüber müsse geredet werden. Er rät allerdings, mit dem Kind erst zu sprechen, wenn sich die Emotionen wieder etwas gelegt haben, sonst endet alles im Chaos.

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Vor dem Gespräch täten Eltern gut daran, ihre eigene Geschichte zu überdenken und sich zu fragen: Wann habe ich schon mal geklaut? „Dazu zählt auch, dass man vielleicht beim Alter des Kindes gelogen hat, um irgendwo am Eintrittspreis zu sparen“, erinnert Ritzer-Sachs. Das sei ja auch nichts anderes, als Geld zu stehlen.

Bei der Aussprache sollten Eltern ergründen, was passiert ist – und vor allem warum. War der Reiz zu groß? Oder handelt es sich um eine fehlgeleitete Mutprobe? Geht es um höhere Beträge, könnte das Kind gemobbt werden und muss das Geld bei einem Mitschüler abgeben. Möglich seien auch Drogen- oder Alkoholprobleme. Oder das Geld wird für Zigaretten gebraucht. Stecken teure Online-Spiele dahinter?

Wenn es sich nicht um gravierende Drogenprobleme handelt, würde Ritzer-Sachs das Geld künftig nicht an anderen Orten verstecken. „Nach solch einem Vorfall, kommt man nicht umhin, den Geldbestand streng zu kontrollieren“, sagt der Pädagoge. Nur so lasse sich Vertrauen wiederherstellen. Ein Ergebnis des Gesprächs könnte laut Ritzer-Sachs auch sein, darüber nachzudenken, ob die Höhe des Taschengeldes noch angemessen ist. (dpa)