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Mein Wenzels-Tipp

Was macht den Bautzener Weihnachtsmarkt so speziell und wo locken besondere Hingucker? Wir haben Prominente aus der Region befragt.

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Franziska Henke(li.) - hier bei einem Pressetermin im historischen Gewand - mag den Wenzelsmarkt gern etwas ruhiger.
Franziska Henke(li.) - hier bei einem Pressetermin im historischen Gewand - mag den Wenzelsmarkt gern etwas ruhiger. © Archivfoto: Carmen Schumann

Vogelhäuser aus Keramik

Ich mag den Bautzener Wenzelsmarkt am liebsten, wenn es abends etwas ruhiger wird – und sich nicht mehr ganz so viele Menschen durch die Straßen schieben. Gern bleibe ich dann auch mal bei den Buden stehen. In diesem Jahr gefällt mir der Keramik-Stand mit den Vogelhäusern auf der Reichenstraße sehr gut. Schließlich füttern wir in unserem Garten seit Oktober die Vögel und freuen uns über ihre Vielfalt. Für Keramik interessiere ich mich auch, weil unsere Tochter töpfert. Sie hat uns auch schon ein Kugelvogelhaus gemacht, gekauft habe ich aber noch keins am Stand.

Meistens schlendere ich nach meinen Stadtführungen gern noch mal über den Wenzelsmarkt, abends, wenn die Stadt einen Schritt langsamer als am Tag geht. Privat fehlt mir die Ruhe. Richtig fühlt sich für mich der Weihnachtsmarkt an, wenn es schön kalt ist. Dann passt auch ein schöner heißer Glühwein zum Besuch.

Franziska Henke, bekannt als Tuchhändlerin Teda aus Bautzen

Gestrickte Müffchen

Ich gehe gern über den Bautzener Wenzelsmarkt, weil man dort immer ein paar kleine Geschenke entdecken kann. Besonders gut gefallen hat mir in diesem Jahr der Stand mit den Strickwaren am Reichenturm. Dort haben wir gleich Müffchen, so eine Art Armstulpen, für die Kinder gekauft. Aus meiner Kindheit kann ich mich nicht an Weihnachtsmärkte erinnern. Dagegen sind wir in der Adventszeit einmal pro Woche in die Kirche zur Frühmesse als Vorbereitung auf Weihnachten gegangen. Und an den Sonntagen haben wir am selbst gebundenen Adventskranz in der Familie zusammengesessen und Lieder gesungen. 

 Maria Michalk, frühere Bundestagsabgeordnete aus Spreewiese

Keramik aus Bad Muskau

Ich versuche immer, einmal in Ruhe über den Wenzelsmarkt zu gehen. Gern nehme ich dann solche Tage, an denen nicht so viel Trubel ist. Sonntagvormittage kann ich da empfehlen. Mein Lieblingsstand befindet sich auf der Reichenstraße. Die Töpferei von Gordan Gran aus Bad Muskau gefällt mir besonders gut. Die Art der Keramik ist ruhig und von den Farben her schön. In meiner Kindheit bin ich nicht so gern über den Weihnachtsmarkt gebummelt. Damals gab es nur Latschen, Mützen und Buden, wo man etwas essen konnte. Die Märkte waren auch nicht so schön geschmückt. Für alle Bücherfreunde habe ich noch einen Literaturtipp zum Thema Weihnachtsmarkt. Der Autor Ralf Günther hat das Buch "Das Weihnachtsmarktwunder" geschrieben. Es erzählt von einem kleinen Jungen. Er muss sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts ganz allein mit den Schnitzereien seiner Familie auf den Weg machen, um das Holzspielzeug auf dem Striezelmarkt zu verkaufen.

Reingard Kretschmer-Dietrich, Buchhändlerin aus Bautzen 

Dampfende Quarkkrapfen

Wir sind keine ausgesprochenen Weihnachtsmarktgeher. Aber wenn wir dann doch mal eine Runde drehen, treffen wir uns am liebsten mit Freunden. Dann trinken wir auch mal einen Glühwein und essen eine Kleinigkeit dazu. Besonders gern mag ich die frischen, duftenden Quarkkrapfen am Schwerdtner-Stand. Schön warm müssen sie sein, dann sind sie richtig lecker und schmecken besonders gut. In diesem Jahr habe ich außerdem zum ersten Mal den Wildgulasch mit Rotkraut und Brot am Stand auf dem Hauptmarkt probiert. Das Gericht würde ich mir jederzeit wieder holen. Auf den Wenzelsmarkt gehen wir meistens mit unseren beiden Kindern. Mit fünf und drei Jahren kann man sich vorstellen, dass wir an keinem Karussell vorbeigehen können. Das mochte ich schon als Kind. Damals war es für uns etwas Besonderes, wenn es mal auf den Weihnachtsmarkt ging. Manchmal sind wir sogar nach Dresden auf den Strietzelmarkt gefahren.

Maik Petzold, Fachlehrer für Sportund ehemaliger Triathlet