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Meißen vereist

Der Gärtner gibt Tipps, der Teichwirt hat nichts gegen das Eis – aber in den Biotonnen gefriert der Abfall.

Von Sven Geisler & Peter Redlich
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Der Winter schafft auch schöne Bilder.
Der Winter schafft auch schöne Bilder. © Claudia Hübschmann

Elbland. Eisnebel über der Elbe. Beständig Frost, und das über eine längere Zeit. Das ist selten im Elbland. Über die Minusgrade, die über Nacht an der zweistelligen Grenze kratzen, hat jeder eine andere Meinung.

Gärtner Göran Schumann von der gleichnamigen Radebeuler Baumschule hat vorgesorgt und die Baumballen zusammengerückt und mit Vlies abgedeckt. Ein Teil der Topfpflanzen ist im Gewächshaus untergebracht, andere sind ebenfalls abgedeckt. 

Wer noch schnell was tun will, der sollte beispielsweise Hochstammrosen mit Reisig abdecken. Immergrüne Pflanzen sollten jetzt kein Wasser bekommen, rät der Gärtner. Ansonsten sieht Göran Schumann in dem Frost auch richtige Vorteile: Die Population der Fichtenlaus werde ausgebremst, vielleicht sogar ein Teil zerstört – das hilft den Bäumen im Frühjahr. Und Frost lockert die Erde auf. Feuchte im Boden treibt auseinander. Was auch gut ist.

„Wir mussten heute am Morgen zu einem Ölheizungsschaden“, sagt Holm Lamprecht von der Heizungsfirma in Radebeul-Naundorf. Für solche Vorfälle hat seine Mannschaft einen Bereitschaftsdienst eingerichtet – wegen der Kälte und 24 Stunden anrufbar. Holm Lamprecht: „Bei diesen Temperaturen kühlen die Häuser sehr schnell aus. Da sollten wir schnell helfen.“

Beim Nahverkehr gab es bisher keine Frostprobleme. „Die treten erst wieder auf, wenn Schnee oder Regen auf die kalte Erde trifft“, sagt Falk Lösch, Pressesprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe. Alle Weichen der Straßenbahnlinie 4 sind beheizt.

Henry Lindner, der Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg GmbH, sieht das kalte Winterwetter mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Für die Teiche, in denen wir junge Fische überwintern lassen, ist der Frost gut. Die frieren dadurch zu. Und Eis auf dem Teich bedeutet Ruhe für die Fische.“ Gefräßige Jäger wie der Kormoran können so nicht mehr Jagd auf die Mini-Karpfen machen.

Schwieriger wird für die Teichwirte mit dem Frost der Verkauf auf dem Fischereihof in Bärnsdorf. Denn dort frieren auch die Hälterbecken zu – in diese kommen die Karpfen nach dem Abfischen. „Wir haben heute noch einmal etwa drei Tonnen rausgeholt und in die Rinnen direkt am Gebäude eingesetzt“, sagt der Geschäftsführer. Da dort permanent Wasser zuläuft und die Fische sich auch mehr bewegen, frieren diese nicht zu.

 „Mit der Menge sollten wir die nächsten vier, fünf Wochen auskommen.“ Ärgerlich ist der Nachtfrost für die Müllmänner, die die Biotonne abholen. In vielen Tonnen lag nach der gestrigen Abholtour noch ein Rest drin. Der war feucht und ist hartgefroren. Das ist schwer rauszukriegen. Deshalb sollen, wenn möglich, im unteren Tonnenteil Äste oder Christbaumreste deponiert werden.