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Meißen

AfD beantragt Gedenkminute für Grenzopfer aus Meißen

Im Stadtrat soll an Jürgen Hainz erinnert werden. Vor 50 Jahren war er an den Folgen einer Schussverletzung verstorben.

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Thomas Kirste ist Chef der AfD-Fraktion im Meißner Stadtrat. Er ist auch direkt gewählter Abgeordneter im Sächsischen Landtag.
Thomas Kirste ist Chef der AfD-Fraktion im Meißner Stadtrat. Er ist auch direkt gewählter Abgeordneter im Sächsischen Landtag. © privat

Meißen. Mit einer Schweigeminute im Stadtrat soll an Jürgen Hainz erinnert werden, der an diesem Freitag vor 50 Jahren an den Folgen einer Schussverletzung verstarb. Der aus Meißen stammende junge Mann war beim Versuch, aus der DDR zu fliehen, von einem Grenzsoldaten angeschossen worden.

Diesen mit der Bitte an alle Stadträte um Zustimmung verbundenen Vorschlag unterbreitet der Chef der AfD-Stadtratsfraktion und Landtagsabgeordnete Thomas Kirste. „Das Leid des jungen Meißners steht exemplarisch für die Schicksale Hunderter von der sozialistischen Staatsführung heimtückisch ermordeter Flüchtlinge“, heißt es in einer Pressemitteilung, in der Thomas Kirste über seinen Antrag informiert. Die nächste Sitzung des Stadtrates findet am 2. Februar statt.

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„Der Grenzer Peter L., der Hainz mit einer Maschinenpistole gezielt in die Brust schoss, wurde nach der Wende zu einer Bewährungsstrafe von gerade einmal 21 Monaten verurteilt. Von der sozialistischen DDR-Führung bekam der Grenzer für seine Flüchtlingsermordung eine Geldprämie ausgelobt“, so Thomas Kirste.

Der am 11. Oktober 1950 in Meißen geborene Jürgen Hainz hatte in der Nacht vom 14. zum 15. Juni einen Fluchtversuch in der Nähe des Harzortes Elend gewagt. Dabei war er entdeckt und angeschossen worden. „Am frühen Morgen des 14. Januar 1972 starb Jürgen Hainz im Kreiskrankenhaus Wernigerode an einer Lungenentzündung, die sich während seines lang währenden Krankenlagers entwickelt hatte“, heißt es in einem Bericht des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin. (SZ)

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