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Meißen.Lokal

Kein Stillstand in der Albrechtsburg

Auch im Lockdown wird auf dem Burgberg fleißig gehämmert, gewerkelt, geputzt und entwickelt. Schlossleiter, Uwe Michel, lässt hinter die Kulissen blicken.

Thomas Keck und Jens Bendel bei der Installation einer neuen Medienstation. An insgesamt 26 Medienstationen werden Architekturdetails des Schlosses erklärt.
Thomas Keck und Jens Bendel bei der Installation einer neuen Medienstation. An insgesamt 26 Medienstationen werden Architekturdetails des Schlosses erklärt. © Foto: Uwe Michel

Vom Aufbau und der Planung neuer Ausstellungen über Schönheitsreparaturen bis hin zur Überarbeitung des HISTOPADs - die Albrechtsburg setzt während der auferlegten Zwangspause keinen Staub an, sondern beseitigt ihn vielmehr.

Ausstellungen in Sicht

Wann es wieder so richtig losgehen kann, vermag auch der Schlossherr nicht zu wissen. Nichtsdestotrotz werden bereits die nächsten Attraktionen geplant.

In vollem Gange ist bereits die virtuelle Ausstellung "Emergencybreak". Anlässlich des 30. Geburtstages des Neuen Sächsischen Kunstvereins haben sich mehr als 130 Künstlerinnen und Künstler an diesem Kunstprojekt beteiligt. Die Albrechtsburg gibt der täglich wachsenden Online-Ausstellung noch bis zum 21. März die Bühne.

Auch für eine weitere Sonderausstellung sind einige Vorbereitungen im Gange. Mit „Berühre mich! – Skulpturen von Wolff & Reichstein treffen auf Gotik“ entsteht in der Albrechtsburg eine Ausstellung für Kunst zum Anfassen. Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit wird hier die Möglichkeit geboten, Kunst wahrzunehmen. "Von den 70er bis Anfang der 90er Jahre gab es diese Art von Kunst ziemlich häufig. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, wieder solch ein barrierefreies Moment zu schaffen", so Schlossleiter Uwe Michel über die ab dem 15.Mai geplante Ausstellung. Der Künstler Thomas Reichstein hat sich schon immer sehr mit den gotischen Gewölben der Albrechtsburg beschäftigt und sich bei seiner Arbeit davon inspirieren lassen. "Den Lockdown haben wir nun genutzt, um seine Objekte schon mal aufzustellen und deren Wirkung im Raum zu testen.", so Michel weiter.

Das fehlt beim HISTOPAD noch

"Wir haben einige Rückmeldungen von unseren Besuchern zum HISTOPAD bekommen, die wir nun in die Tat umsetzen wollen. Beispielsweise muss die Information des genauen Standortes vom Besucher verbessert werden. Auch an der Entwicklung eines Intros sind wir dran, damit der Besucher eine schöne Einführung in die Entdeckertour bekommt. Denn momentan startet das HISTOPAD noch von 0 auf 100.

Außerdem wollen wir auch noch dem Farblabor der Porzellanmanufaktur, die damals noch ihren Sitz in der Albrechtsburg hatte, in der virtuellen Welt einen Platz geben. Ebenso wie einigen Wandmalereien, von denen zahlreiche in den 1970er Jahren übermalt wurden.", erzählt Uwe Michel.

Erweiterung der Netzplattform "museum-digital"

museum-digital ist ein Wissensportal, in dem Museen ihre Kunstschätze und - sammlungen präsentieren können. Denn oftmals ist es nicht möglich, alle Objekte gleichzeitig zu zeigen. Auch die Albrechtsburg ist neben vielen weiteren Staatlichen Schlössern dort vertreten und hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, den Bestand an Öfen und Kaminen dort aufzubereiten.

"Viele Öfen und Kamine sind bei uns teilweise von anderen abgerissenen Schlössern und noch von der Sanierung nach dem Auszug der Porzellanmanufaktur vorhanden.", so Uwe Michel.

Vom Keller bis zum Dach

Auch Schönheitsreparaturen und der große Hausputz werden nicht vernachlässigt. Dazu zählt auch der Austausch defekter bzw. verbrauchter Leuchtmittel im Schloss, die teilweise auch gleich modernisiert werden. "Wir haben circa 70 verschiedene Leuchtmittel im Schloss für diverse Zwecke verbaut.", so der Schlossleiter.

"Auch eine moderne Gebäudeleittechnik hat für mehr Effizienz, Energieeinsparung und Überwachung im Hause jüngst Einzug gehalten. Außerdem werden technische Prüfungen an baulichen Einrichtungen nun durchgeführt und teilweise vorgezogen, um die Pause zu nutzen."

Falk Dießner bei der Vorbereitung des Restaurierungsprojektes „Landschaft mit der Meißner Albrechtsburg“ (1880 von Georg Estler)
Falk Dießner bei der Vorbereitung des Restaurierungsprojektes „Landschaft mit der Meißner Albrechtsburg“ (1880 von Georg Estler) © Foto: Uwe Michel
Thomas Keck und Jens Bendel bei der Installation einer neuen Medienstation.
Thomas Keck und Jens Bendel bei der Installation einer neuen Medienstation. © Foto: Uwe Michel
Thomas Keck und Jens Bendel bei Wartungsarbeiten an der Lüftungszentrale der Albrechtsburg.
Thomas Keck und Jens Bendel bei Wartungsarbeiten an der Lüftungszentrale der Albrechtsburg. © Foto: Uwe Michel

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