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Aufräumen an der Bahnhofstraße

Vor vier Jahren wurden Pläne für ein neues Wohnquartier an der Elbe präsentiert. Was ist daraus geworden?

Die Buchstaben sind weg: Am Haus in der Bahnhofstraße 9 ist der Schriftzug, der auf die einst hier ansässige Rincksche Apotheke hinwies, entfernt worden.
Die Buchstaben sind weg: Am Haus in der Bahnhofstraße 9 ist der Schriftzug, der auf die einst hier ansässige Rincksche Apotheke hinwies, entfernt worden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Seit Dienstag sind sie verschwunden – die einst golden strahlenden Buchstaben aus dem Namenszug der Rinckschen Apotheke, die einst im Haus mit der Adresse Bahnhofstraße 9 untergebracht war. Das Wort Apotheke war seit längerem schon nicht mehr zu lesen, weil zahlreiche Buchstaben fehlten. „Ich habe unsere Hausmeister gebeten, alle Buchstaben zu entfernen“, sagt Christa Maier. Die Geschäftsführerin der Dr. Maier Immobilien GmbH reagiert damit auf einen Eintrag im Mängelmelder im Internet-Auftritt der Stadt.

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Dort war dieser Tage beklagt worden, dass die Buchstaben am seit 15 Jahren leer stehenden Ladengeschäft offenkundig immer lockerer werden – und herabzufallen drohen. Als Eigentümerin des Grundstücks war die Firma vom Rathaus aufgefordert worden, die mögliche Gefahrenquelle an der Bahnhofstraße zu beseitigen.

Hier sowie in den benachbarten Häusern der Zeile an der Bahnhofstraße hat das Unternehmen viel vor. Vor genau vier Jahren waren im damaligen Bauausschuss erste Entwürfe für ein Wohnquartier an der Elbe vorgestellt worden. Die von den Radebeuler Architekten Frank Mehnert und Dirk Georgi entwickelten Pläne sehen die Sanierung dreier ruinöser Wohnhäuser sowie einen Lückenschluss vor. Darin wollen Christa Maier und ihr Ehemann Dr. Andreas Maier moderne Wohnungen schaffen. So soll ein komplett neues Wohnquartier in Bahnhofsnähe entstehen.

Dass es seit der Präsentation dieser Vision vor vier Jahren ruhig um die Maierschen Pläne an der Bahnhofstraße wurde, erklärt die Geschäftsführerin mit mehreren Umplanungen, die im Zuge der Abstimmungen mit den Behörden notwendig wurden. Dabei sei es auch um Fragen des Denkmalschutzes gegangen. Diese Umplanungen seien nun aber „so gut wie fertig“, erklärt Christa Maier.

Noch in diesem Jahr solle der Baubeginn zur Sanierung der Häuser an der Bahnhofstraße erfolgen. Diese Ankündigung dürfte im städtischen Bauamt gern vernommen werden. Dort werden Bauarbeiten an der Bahnhofstraße vorbereitet, um neben Straße, Rad- und Gehwegen auch den Untergrund samt dort anliegender Medien in Ordnung zu bringen.

Ein interessanter Fund

Über Details der notwendigen Umplanungen solle die Öffentlichkeit in den nächsten Wochen informiert werden, kündigt Christa Maier an. Dass die Arbeit an den Bauplänen bislang viel Zeit in Anspruch nahm, bedeute aber nicht, dass in den Gebäuden an der Bahnhofstraße 6 bis 11 überhaupt nichts geschah. So fanden Arbeiten zum Entrümpeln in den Häusern und auf dem angrenzenden Gelände statt.

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Dabei wurde übrigens ein interessanter Fund zu Tage gefördert: Im Haus an der Bahnhofstraße 9, an dem jetzt die goldenen Buchstaben abmontiert wurden, fanden sich zahlreiche alte Schmalfilme und Vorführtechnik. Die vermutlich aus der Zeit um 1920 stammenden Streifen aus Zelluloid zeigen allerhand Begebenheiten aus dem Meißner Alltag. Sie wurden an das Stadtarchiv zur Sichtung übergeben, wie Christa Maier informiert.

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