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Baupläne des Prinzen auf Wiedervorlage

Am Mittwoch befassen sich die Meißner Stadträte erneut mit der Zukunft des Mühlenareals in Proschwitz.

Das historische Mühlenareal in Proschwitz soll wieder hergestellt und belebt werden. Über Pläne von Georg Prinz zur Lippe zu diesem Vorhaben entscheiden jetzt die Stadträte.
Das historische Mühlenareal in Proschwitz soll wieder hergestellt und belebt werden. Über Pläne von Georg Prinz zur Lippe zu diesem Vorhaben entscheiden jetzt die Stadträte. © Claudia Hübschmann

Meißen. Auf dem ehemaligen Mühlenareal in Proschwitz soll ein Gästehaus entstehen. Baupläne von Georg Prinz zur Lippe dafür, die auch die Errichtung eines öffentlich zugänglichen Aussichtsturms auf den Fundamenten einer früheren Windmühle vorsehen, hatte er erarbeiten lassen, um Beherbergungsmöglichkeiten in der Nähe seines Weingutes zu schaffen.

Ehe mit Bauarbeiten auf seinem privaten Grund und Boden begonnen werden kann, müssen in einem sogenannten Bebauungsplanverfahren alle möglichen Probleme, Fragen und Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Projekt erfasst, betrachtet und geklärt werden. Über den Start für ein solches mehrstufiges Verfahren, an dessen Ende ein Beschluss über eine Baugenehmigung steht, entscheiden die Stadträte am kommenden Mittwoch.

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Das „Gästezentrum am Bocksberg“, wie das Vorhaben im Beschlussentwurf heißt, wird jetzt erneut im Stadtrat aufgerufen. Im vorigen Sommer war es von der Tagesordnung genommen worden, weil in einem zuvor gefassten Beschluss eine vom Bauherrn angestrebte Umwandlung von 300 Quadratmetern des in seinem Besitz befindlichen Grund und Bodens in Bauland keine Mehrheit gefunden hatte.

Den erneuten Anlauf wagt Georg Prinz zur Lippe nun, nachdem er mehrere Stadträte nach Proschwitz eingeladen hatte, um ihnen seine Baupläne vor Ort zu erläutern. Dabei hatten sie auch die 300 Quadratmeter Land in Augenschein nehmen können, die im Flächennutzungsplan von 2006 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind. Der nun vorliegende Beschlussentwurf sieht vor, diese Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet auszugliedern. Dazu soll ein Antrag bei der unteren Naturschutzbehörde gestellt werden. Beim Vor-Ort-Termin hatte der Bauherr die Stadträte über ein Gutachten informiert, das er für die umstrittenen Teilfläche anfertigen ließ. Demnach wird sie nach Maßstäben der Weltnaturschutzorganisation in die fünftniedrigste von sechs möglichen Kategorien eingestuft.

Planungen, Rechnungen, Satzungen

Die Tagesordnung der 17. Sitzung der Stadträte sieht außerdem die Entscheidung über ein weiteres Baugebiet vor. Zur Abstimmung steht ein Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die „Bohnitzscher Höfe“. Dabei geht es um eine 3,82 Hektar umfassende Fläche „am nördlichen Stadtrand Meißens am Nassauweg, der vom ehemaligen Dorfkern Bohnitzsch zum Krankenhaus (Elblandkliniken) verläuft“, wie es im Beschlussentwurf heißt. Ziel des Bebauungsplanes ist, die Fläche zunächst von Bauschutt zu beräumen und danach einen Wohnstandort mit Mehr- und Einfamilienhäusern zu entwickeln.

Weitere Themen der nächsten Stadtratssitzung sind die Schlussrechnungen zum Abbruch der Alten Molkerei, die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes der Stadt, die Zwischenfinanzierung von Kosten für die Kundenbetreuung, Änderungen der Gestaltungs- und Werbesatzungen für die Gebiete „Historische Altstadt“ und „Triebischvorstadt“ und der Verkauf mehrerer Flurstücke im Gewerbegebiet-Ost.

Zur Diskussion steht ein Antrag der gemeinsamen Fraktion von Bürger für Meißen und SPD, der auf die Änderung der Sitzverteilung in allen drei Ausschüssen des Stadtrates zielt. Weitere Themen auf der 15 Punkte umfassenden Tagesordnung sind der Bericht der Seniorenvertretung und ein Beschluss über die überarbeitete Satzung des Jugendstadtrates.

Die Sitzung, die am 24. März um 17 Uhr im Großen Ratssitzungssaal beginnt, ist öffentlich. Gemäß der coronabedingten Hygienevorschriften müssen Stadträte und Besucher der Sitzung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Stadtratssitzung kann auch über den Live-Stream im Internet verfolgt werden.

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Am Beginn der Sitzung sieht die Tagesordnung die traditionelle Einwohnerfragestunde vor. Damit die Bürger der Stadt von dieser Möglichkeit Gebrauch machen können, können Fragen auch vor der Stadtratssitzung schriftlich beim Rathaus eingereicht werden. Je nach Umfang gibt es Antworten auf diese Fragen während der Einwohnerfragestunde bzw. schriftlich innerhalb von vier Wochen.

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