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Begegnung ohne Barrieren

In der Dresdner Straße können Menschen Gemeinschaft, Geselligkeit aber auch Hilfe im Alltag finden.

Ein Schild am Hauseingang weist auf die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in Meißen hin – und darauf, dass sie dienstags und donnerstags geöffnet ist.
Ein Schild am Hauseingang weist auf die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in Meißen hin – und darauf, dass sie dienstags und donnerstags geöffnet ist. © Harald Daßler

Meißen. Jetzt ist der Zugang auch behindertengerecht. Seit kurzem können Besucher eine Rampe benutzen, wenn sie die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Dresdner Straße 50e erreichen wollen. Die Bauarbeiten sollten eigentlich schon im vorigen Jahr erledigt sein. Die Pandemie hat nicht nur die Baupläne durcheinandergebracht, erklärt der Vorsitzende des Meißner Awo-Ortsvereins Rolf Gätsch die Verspätung.

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Dank der 13.000 Euro, die das Landratsamt als Förderung zur Verfügung stellte, ist die Begegnungsstätte nun für die Besucher besser erreichbar – vor allem auch für diejenigen, die auf einen Rollator, Gehhilfen oder einen Rollstuhl angewiesen sind. Aber auch die Bewohner des Hauses profitieren vom barrierefreien Zugang.

Als der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt im August 1990 gegründet wurde, zählte er 17 Mitglieder. Dass es inzwischen um die 200 sind, führt Rolf Gätsch auf die Begegnungsstätte zurück. Eigentlich ist es eine Wohnung im Erdgeschoss. Im Jahr 2005 hatte der Hauseigentümer verkündet, dass er diese Wohnung einem gemeinnützigen Verein überlässt. „Wir waren die ersten, die sich bei ihm gemeldet hatten“, berichtet der Vereinschef.

Eine Rampe ebnet jetzt den Weg zur Begegnungsstätte des Meißner Awo-Ortsvereins in der Dresdner Straße 50e.
Eine Rampe ebnet jetzt den Weg zur Begegnungsstätte des Meißner Awo-Ortsvereins in der Dresdner Straße 50e. © Harald Daßler

Immer ansprechbar

Seitdem ist hier ein Anlaufpunkt für Menschen entstanden, wo sie Gemeinschaft, Geselligkeit und auch Hilfe finden. Skatturniere, Basteln, Klöppeln gehören zu den regelmäßigen Angeboten. Normalerweise. Die coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen hatten auch hier manch gewohnte Begegnung jäh abgebrochen. Und lange musste er seinen Mitgliedern eine Antwort schuldig bleiben auf die Frage "Wann können wir denn endlich wiederkommen", erzählt Rolf Gätsch.

Noch muss die Zahl der Besucher bei den Kaffeetreffs, die seit April wieder möglich sind, auf zehn begrenzt bleiben. Aber normalerweise fasst der Raum bis zu 30 Personen. Auf der Terrasse ist Platz für 80 weitere Personen – im vorigen Jahr waren hier das 100-jährige Gründungsjubiläum der Arbeiterwohlfahrt sowie das 30-jährige Bestehen des Meißner Awo-Ortsvereins gefeiert worden.

„Zu den Öffnungszeiten ist immer ein Vertreter des Vorstandes da. Und ansprechbar“, darauf legt Rolf Gätsch großen Wert. Da lässt sich oft schnell helfen oder Hilfe organisieren. Hilfe in allen Lebenslagen. Das Vermitteln von Einkaufshilfen für alleinstehende ältere Menschen während der Pandemie zählt der Vereinschef ebenso dazu wie kleine Fahrdienste, etwa zum Impfzentrum nach Riesa. Aber auch bei Umzügen oder Wohnungsauflösungen konnten die Awo-Mitglieder schon helfen.

„Dass wir den Menschen im Alltag behilflich sein können, ist auch der Unterstützung durch Stadt, Kreisverwaltung, aber auch der Bürgerstiftung Dresden zu verdanken“, sagt Rolf Gätsch. Schon seit 20 Jahren ist der 65-Jährige Chef im neunköpfigen Vereinsvorstand. Zugunsten dieses Ehrenamtes hatte der Rentner kürzlich sein Stadtrats-Mandat zurück gegeben.

Fester Jahresplan

Im Verein und in der Begegnungsstätte als Zentrum ist immer etwas zu tun oder zu organisieren. Einladungen sind zu verschicken, Anmeldungen für den nächsten Bastelabend zu erfassen, oder einfach nur Schriftkram zu erledigen.

Die Mitglieder des Vereins sammeln aber auch regelmäßig Altpapier – die Erlöse kommen vier Kindereinrichtungen der Awo zugute, die das Geld für den Kauf von Spielzeug verwenden können. Auch beim jährlichen Elbtalweinlauf ist die Awo mit von der Partie. Seit vielen Jahren betreuen sie einen Stand in Rottewitz, wo sie Wein ausschenken und Fettstullen verteilen. 60 Brote müssen dafür herangeholt werden, wie Rolf Gätsch erwähnt.

Ein fester Jahresplan listet alle Termine und Angebote des Awo-Ortsvereins auf. Dazu gehören auch regelmäßige Bowlingabende in der Gaststätte „Zur Kugel“, Wanderungen oder eine mehrtägige Ausfahrt. In diesem Jahr soll sie im September nach Ilmenau führen. Höhepunkt der Reise wird ein Abstecher zu Bundesgartenschau nach Erfurt sein.

Neue Gäste, aber auch Mitstreiter sind in der Dresdner Straße 50e natürlich gern gesehen. Die Begegnungsstätte der Awo ist immer dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags 10 bis 12 Uhr geöffnet. Zu erreichen ist sie unter der Telefonnummer 03521 711441.

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